Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Vormann wurde 1953 geboren und studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim, Stuttgart. Seine Hauptarbeitsgebiete sind Biochemie und Pathophysiologie von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen und der Säure-Basen-Haushalt. Prof. Vormann hat bisher mehr als 200 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, Monographien und Lehrbüchern verfasst. Er ist ehemaliger Präsident der Gesellschaft für Magnesium-Forschung, Deutschland, Mitglied der American Society for Nutrition und mehrerer deutscher wissenschaftlicher Gesellschaften sowie im Vorstand / wissenschaftlicher Beirat verschiedener Gesellschaften für Nährstoffmedizin und Ernährung. Bereits in einer Vielzahl von Vorträgen, Pressekonferenzen und Fernsehauftritten hat Prof. Vormann über die Bedeutung von Mikronährstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen für die Gesundheit referiert.

In diesem Beitrag präsentieren wir Ihnen den ersten Teil unseres Interviews mit Prof. Vormann, in dem er sich vorstellt und einige persönliche Fragen zum Thema Säure-Basen-Haushalt beantwortet.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Vormann, bitte erzählen Sie uns zu Beginn doch etwas über sich selbst und Ihren Werdegang.

Nach dem Studium der Ernährungswissenschaft und Promotion an der Universität Hohenheim, Stuttgart wechselte ich an die Freien Universität Berlin. Dort arbeitete ich lange Jahre am Institut für Molekularbiologie und Biochemie in der Grundlagenmedizin. Nach Habilitation wurde ich dort 1996 zum Professor ernannt. Seit dem Jahr 2000 leite ich das Institut für Prävention und Ernährung in Ismaning bei München.

Wie kam es dazu, dass Sie sich so eingehend mit dem Thema Säure-Base-Haushalt beschäftigen?

Während meiner gesamten Forschungstätigkeit beschäftigte ich mich vorwiegend mit der Biochemie, der Regulation und dem Stoffwechsel von Mineralstoffen. Von dort ist es dann nur ein kleiner Schritt zum Säure-Basen-Haushalt und dessen Bedeutung in Medizin und Ernährungswissenschaft.

Finden Sie, dass diesem Thema in der heutigen Gesellschaft genügend Beachtung geschenkt wird?

Leider ist die Bedeutung des Säure-Basen-Haushalts für unsere Gesunderhaltung lange nicht ausreichend akzeptiert worden. Das liegt daran, dass es keinen einfachen Test gibt, den Säure-Basen-Status eines Menschen zu bestimmen – und was man nicht messen kann findet in der Wissenschaft keine Beachtung. Erst wenn der Säure-Basen-Haushalt massiv beeinträchtigt ist, kommt es zu Notfallsituationen, die die Mediziner erkennen und behandeln können. Inzwischen weiß man aber, dass es schon lange vorher zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt, wenn nicht genügend Basen mit der Nahrung zugeführt werden.

Haben Sie auch schon persönliche Erfahrungen mit Basentherapeutika gesammelt, also haben Sie schon Basenkuren selbst getestet?

Selbstverständlich habe ich auch selbst ausprobiert, wie sich eine Basensupplementierung auswirkt. Seit vielen Jahren nehme ich regelmäßig basische Mineralstoffpräparate ein – und fühle mich sehr wohl damit.

Wie steht es um Ihre eigene Lebensweise? Ernähren Sie sich streng basenreich für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt?

Grundsätzlich versuche ich bei meiner eigenen Ernährung für ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen zu sorgen. Ich esse zwar gerne auch Fleisch, kombiniere das aber mit großen Portionen Gemüse und Salat. Bei den ebenfalls säurelastigen Getreideprodukten wie Brot oder Nudeln bin ich eher zurückhaltend.

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Prof. Vormann, der am 28.10.2016 veröffentlicht wird, finden Sie weitere interessante Fragen und Antworten zum Thema Säure-Basen-Haushalt.

 

Ihr Team des Säure-Basen-Ratgebers