Der erste Teil dieses Säure-Basen-Fakten-Checks lieferte Ihnen interessante Fakten über die Übersäuerung des Magens (Hyperazidität). In diesem zweiten Teil erfahren Sie mehr über eine Übersäuerung des gesamten Organismus.

Übersäuerung des Körpers

Eine Übersäuerung wird medizinisch als Azidose bezeichnet. Dabei muss eine wichtige Unterscheidung zwischen der akuten und der chronischen Azidose gemacht werden. Erstere kann lebensbedrohlich verlaufen und muss notfallmedizinisch behandelt werden. Dieser Beitrag befasst sich allerdings mit der chronisch latenten Azidose (CLA). Dabei handelt es sich um eine dauerhafte, schleichende Form der Übersäuerung in den Körperzellen und Organen. Ein gesunder Organismus ist in der Lage, den Säure-Basen-Haushalt mithilfe von Puffern auszugleichen. Eine CLA ist ein Zustand, bei dem die basischen Pufferreserven im Blut teilweise bereits verbraucht sind, es aber noch nicht zu einer pH-Wert-Veränderung gekommen ist. Der Körper greift daraufhin die eigenen Reserven an, indem er Mineralsalze, die in Knochen und Zähnen eingelagert sind, freisetzt.

Symptome

Eine chronische Übersäuerung kann Antriebsschwäche, rasches Ermüden, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Probleme der Haut verursachen. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen, Mundgeruch und Sodbrennen sind mögliche Symptome.  Unter einer chronisch latenten Azidose leidet also der gesamte Organismus.

Ursachen

Im Stoffwechsel unseres Organismus fallen als „Abfallprodukte“ Säuren an. Zudem entsteht auch Säure, wenn eiweißreiche Lebensmittel verstoffwechselt werden. Normalerweise wird überschüssige Säure mithilfe von körpereigenen Puffersystemen neutralisiert. Reichen diese Regulierungssysteme nicht mehr aus, weil zu viel Säure dem Körper zugeführt wird, oder ist ihre Funktion gestört, kommt es langfristig zur chronischen Übersäuerung. Ursachen dafür sind in der heutigen Zeit meist Faktoren wie Bewegungsmangel, Stress, Rauchen und eine unausgewogene Ernährung mit zuviel säurebildenden Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Zucker oder Weißmehl.

Therapie

Die einfachste Möglichkeit, einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt aufrechtzuerhalten, ist eine basenüberschüssige Ernährung. Wenn sich allerdings bereits eine chronische Übersäuerung entwickelt hat, reicht eine Ernährungsumstellung alleine meist nicht mehr aus. Dann sollten auch weitere Maßnahmen wie beispielsweise viel Bewegung an der frischen Luft, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie Entspannungstherapien und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol getroffen werden. Zudem können Basentherapeutika aus der Apotheke eine Entsäuerungstherapie unterstützen.

 

Ihr Team des Säure-Basen-Ratgebers