Bei der Basentherapie kommen überwiegend Substanzen zum Einsatz, die den Status eines Nahrungsergänzungsmittels (NEM) besitzen. Neben diesen sind aber auch einige Präparate erhältlich, die als Arzneimittel zur Basentherapie zugelassen sind.

Azidosetherapeutika als Arzneimittel sind zugelassen zur:

  • Behandlung der stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose)
  • Erhaltungsbehandlung gegen erneutes Auftreten der stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes bei chronischer Minderleistung der Nieren (chronische Niereninsuffizienz) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren.

Es lässt sich nicht grundsätzlich sagen, dass ein als Arzneimittel zugelassenes Azidosetherapeutikum wirksamer ist als ein Nahrungsergänzungsmittel.

Natriumhydrogencarbonat als wichtiger Puffer

Neben den Citraten wird als Base auch Natriumhydrogencarbonat bzw. Natriumbicarbonat angewendet. Diese Substanz ist ein wichtiger Puffer im Blut und sorgt dafür, dass sich der Magen nicht selbst verdaut. Zahlreiche Produkte enthalten Natriumhydrogencarbonat und versprechen Linderung. Leider lösen sich fast alle Bicarbonat-haltigen Mittel bereits im Magen auf. Die Folge ist eine Aufspaltung des darin enthaltenen Natriumbicarbonats in Natriumchlorid, Wasser und Kohlendioxid unter Verbrauch von Magensäure. Der basische Effekt findet also bereits im Magen statt.

Lesen Sie hierzu mehr im Abschnitt Nahrungsergänzungsmittel.

Natriumbicarbonat ist nur dann eine sinnvolle Puffersubstanz, wenn die Tabletten oder Kapseln magensaftresistent verarbeitet sind und sich erst im basischen Dünndarm auflösen.

Vorteile magensaftresistenter Präparate:

  • Keine Bildung von Kohlendioxid
  • Der Magen wird nicht überbläht
  • Es tritt keine kompensatorische Hypersekretion (Acid-rebound) auf
  • Es tritt kein Aufstoßen auf
  • Keine Neutralisation der notwendigen Magensäure
  • Keine Beeinträchtigung der Verdauung
  • Bakterizide Wirkung der Magensäure bleibt erhalten

Literatur:

  1. Androgue HJ, Wesson DE: Concepts in acid-base metabolism. In: Narins RG, ed.: Clinical disorders of fluid and lectrolyte metabolism (5th ed.). New York: McGraw-Hill 1994: 1–48.
  2. Bastigkeit, M.: Mikronährstoffe sinnvoll kombinieren, Maudrich Verlag 2013
  3. BfR: Gesundheitliche Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln
  4. BLL: Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V (www.bll.de)
  5. Battle D, Kurtzman NA: Acid-base physiology and pathophysiology. Contemp Nephrol 1995; 3: 191– 121.
  6. Brito-Ashurst I de et al. Bicarbonate supplementation slows progression of CKD and improves nutritional status. JASN 2009; 20: 2075–2084
  7. Fachinformation Bicanorm ®, Fa. Fresenius
  8. Fachinformation Nephrotrans ®, Fa. Medice
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  13. Schaefer, Roland M.: Störungen des Säure-Basen-Haushalts: Rationale Diagnostik und ökonomische Therapie , Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 26 vom 01.07.2005
  14. Walker, A. F., Marakis, G., Christie, S., Byng, M. (2003): Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnesium Research 16:183–191.