Augenringe, auch halonierte Augen genannt, treten vor allem bei Störungen des Allgemeinzustandes des Menschen auf. Hauptsächlich Schlafmangel und Mangel- bzw. Fehlernährung begünstigen das Entstehen. Augenringe können insofern mit einer chronischen Übersäuerung (latente Azidose) des menschlichen Körpers in Zusammenhang gebracht werden, als dass durch die anfallenden Säuren, Symptome wie Abgeschlagenheit und Schwäche, aufkommen. Diese Symptome führen wiederum zu halonierten Augen. Demzufolge sind Augenringe kein direktes signifikantes Leitsymptom einer latenten Azidose, jedoch Zeichen für Mangel-/Fehlernährung und damit einhergehenden Schlafmangel.

Medizinische Fakten

Der pH-Wert (Konzentration der H+-Ionen) des Blutes im menschlichen Körper wird konstant im leicht basischen Bereich zwischen 7,35-7,45 gehalten. Für die Konstant-Haltung sind verschiedene Puffersysteme des Blutes zuständig.  Der pH-Wert ist maßgebend für alle enzymatischen, lebenserhaltenden und regulierenden Funktionen.

Durch die moderne Lebens- und Ernährungsweise des heutigen Menschen fallen vermehrt Säuren an, welche nur begrenzt aus dem Körper eliminiert werden können. Die überschüssigen Säuren führen letztendlich zu einer chronischen Übersäuerung (latente Azidose), welche sich durch Symptome wie Schwäche und Abgeschlagenheit äußert, den pH-Wert jedoch nur geringfügig innerhalb der Norm verschieben.

Aufgrund des reduzierten Allgemeinzustandes können sich Augenringe manifestieren. Die Haut um die Augen und besonders unter dem Auge (infraorbital) ist besonders dünn und besitzt wenig Unterhautfettgewebe (subkutanes Fettgewebe), weshalb hier darunterliegende Gefäße deutlich durchschimmern können. Bei Müdigkeit, Überanstrengung, Eisenmangel bzw. Fehlernährung wird die Augenregion verstärkt durchblutet und es kommt zu einer Verdunkelung aufgrund durchscheinender Blutgefäße.

Zusätzliche Folgen einer latenten Azidose können Nieren-/Gallen- oder Blasensteine (Nephrolithen/Cholelithiasis/Urolithe) sein, wiederkehrende (rezidivierende) Pilzinfektionen aufgrund eines geschwächten Immunsystems als auch degenerative Erkrankungen. Besonders Gelenksentzündungen (Arthritis) oder Bluthochdruck (Hypertonie) steht hier in Diskussion genauso wie eine chronische Niereninsuffizienz, welche durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Hypertonie, Schlafmangel und dunkle Augenringe charakterisiert wird.

Behandlung

Die Behandlung von Augenringen, welche durch eine latente Azidose bedingt sind, beinhaltet an erster Stelle eine Umstellung der Ernährung und der Lebensweise. Tierische Eiweiße, Milch, Sojaprodukte, Getreide, Kohlensäurehaltige (Soft-) Getränke sowie Süßspeisen, Alkohol und Kaffee sind säurebildende Lebensmittel und sollten vermieden werden. Im Gegenzug ist eine ausgewogene Ernährung mit Ballaststoffen, Obst und Gemüse anzustreben. Die obligatorischen 1,5 l Wasser pro Tag sollten zudem nicht vergessen werden.

Die Reduktion von Stressoren im Alltag und die Erhöhung körperlicher Aktivität tragen maßgebend zu der Normalisierung des Säure-Basen-Haushalts bei. Basische Zusatzprodukte sind mit Vorsicht zu genießen und nur nach Absprache mit einem Arzt zu empfehlen. Zur allgemeinen Kontrolle können pH-Teststreifen dienen, mit denen regelmäßig der Urin getestet werden kann. Um Augenringe lokal zu behandeln, gibt es verschiedenste Sorten von Cremes, zu welchen es jedoch kaum klinisch basierte Studien gibt.

Zu beachten

Betroffene, welche unter einer latenten Azidose leiden und an zusätzlichen Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus erkrankt sind, sollten eine Ernährungsumstellung nur unter ärztlicher Betreuung aufnehmen. Die Gefahr einer akuten, lebensbedrohlichen Azidose (pH-Wert < 7,35) ist an dieser Stelle unumgänglich zu erwähnen.

Auch Fasten und Diäten können eine latente Azidose hervorrufen aufgrund verminderter Zufuhr von Kalorien. Der Körper beginnt während solcher Diäten körpereigenes Fett abzubauen wobei Ketonsäuren anfallen, die den pH-Wert senken. Tritt keine Besserung der Symptome nach erfolgter Ernährungsumstellung auf, sollte ebenfalls dringend ein Arzt konsultiert werden.

Quellen