Der Säure-Basen-Haushalt ist ein exakt kontrolliertes System des menschlichen Organismus. Ein gesunder Körper kann durch Puffersysteme, Lunge und Nieren den pH-Wert in einem sehr engen Bereich konstant halten. Durch unsere tägliche Ernährung fallen viele saure und basische Abbauprodukte an, die im Rahmen des Säure-Basen-Haushalts verstoffwechselt werden. Schulmediziner und Naturheilärzte sind sich bisher uneinig, welche Auswirkungen eine säurereiche Ernährung auf bestimmte Gesundheitsprobleme hat. Diskutiert werden mögliche Zusammenhänge zwischen einer sauren Stoffwechsellage und Erkrankungen wie Knochenschwund (Osteoporose), Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) oder Gelenkentzündungen (Arthritis). Der Verzehr basenhaltiger Lebensmittel kann hier eventuell Abhilfe schaffen.

Säure-Basen-Haushalt und Ernährung

Der Säure-Basen-Haushalt wird wesentlich von der Wasserstoffionenkonzentration im Blut bestimmt. Der pH-Wert dient dazu als Messwert und liegt auf einer Skala von 0 bis 14. Im Blut muss der pH-Wert konstant in einem engen Bereich zwischen 7,35 und 7,45 gehalten werden. Der Körper verfügt dazu über verschiedene Regulierungsmechanismen. Puffersysteme gleichen einen abweichenden pH-Wert aus, wenn saure oder basische Abbauprodukte anfallen. Die Lunge und die Nieren sind in der Lage, anfallende saure Produkte auszuscheiden [1].

Durch die Verdauung der Nahrung werden entweder saure oder basische Abbauprodukte gebildet. Es wird deshalb von säurebildenden und basenbildenden Lebensmitteln gesprochen. Experten vermuten, eine ernährungsbedingte Übersäuerung in der westlichen Bevölkerung könne für viele gesundheitliche Probleme verantwortlich sein, z. B. Nierensteine, Gelenkentzündungen, Neurodermitis, Psoriasis und Haarausfall, Gicht und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) [2][3]. Außerdem scheint der Körper dem Gewebe und den Knochen bei Übersäuerung Mineralstoffe, die basisch wirken, zu entziehen. Dadurch steigt die Gefahr von Knochenschwund (Osteoporose), insbesondere bei älteren Menschen [4]. Eine Übersäuerung kann durch vermehrten Verzehr basenbildender Lebensmittel zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Basenbildende Lebensmittel

Ob ein Lebensmittel sauer oder basisch wirkt, hängt davon ab, ob die Inhaltsstoffe der verdauten Nahrung Wasserstoffionen abgeben oder binden können.

Als basisch wird ein Lebensmittel bezeichnet, wenn bei seiner Verdauung und Verstoffwechselung überwiegend Basen produziert werden. Das gemeinsame Endprodukt basischer Lebensmittel sind Bikarbonationen. Bikarbonat als Base bildet zusammen mit Kohlensäure das wichtigste Säure-Basen-Puffersystem des menschlichen Körpers. Basen können Säuren „abpuffern“ (neutralisieren) und umgekehrt. Auf diese Weise hält das Puffersystem den pH-Wert im Gleichgewicht.

Obst und Gemüse wirken durch ihren hohen Gehalt an Kalzium, Magnesium, Eisen und Kalium basenbildend [3]. Um eine saure Stoffwechsellage wieder ins Lot zu bringen, raten Naturheilärzte zu einer langfristig basenbetonten Ernährung mit einem Basen-Säure-Verhältnis von 2:1[2].

Empfohlen wird gesunde und ausgewogene Mischkost. Einen besonderen Stellenwert sollten dabei Obst und Gemüse einnehmen. Zu den basenreichen Lebensmitteln zählen unter anderem grüne Blattsalate, Kohl- und Lauchgemüse. Aber auch Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Karotten, Pastinaken und weiße Rüben sind basenbildende Nahrungsmittel. Auch Früchte wie Äpfel, Birnen und Weintrauben sowie Trockenobst wirken stark basenbildend. Bessere Alternativen zu Butter und Margarine sind Leinöl, Traubenkernöl oder kaltgepresstes, natives Olivenöl. In Maßen genossen, dürfen Getreideprodukte und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan nicht fehlen. Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Kichererbsen und Hirse sind ebenfalls zu empfehlen. Auf eine ausreichende Trinkmenge sollte geachtet werden, am besten in Form von stillem Mineralwasser, frischen Gemüsesäften und ungesüßten Kräutertees [5][6].

Zubereitungstipps

Für eine basische Ernährung sollten Obst und Gemüse nicht zu lange gekocht, sondern möglichst kurz gegart werden. Denn je naturbelassener ein Nahrungsmittel ist, desto basischer kann es wirken. So kann Gemüse beispielsweise kurz in einem Wok oder einem Topf gegart werden und bleibt viel knackiger. Alternativ kann es in etwas Wasser gedünstet oder im Dampfgarer gegart werden. Dadurch behält es viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe.

Ernährungsexperten raten, Obst nicht am Abend oder in Verbindung mit Getreide zu verzehren, da durch die Verdauung ein Gärungsprozess in Gang gesetzt werden kann. Durch die Gärung können saure Abbauprodukte anfallen. Zudem wird empfohlen, die Lebensmittel nicht unter Stress zu essen, sondern langsam und gründlich zu kauen.

Für die Zubereitung basischer Gerichte, sollten die Zutaten möglichst frisch und von guter Qualität sein. Um direkte Sonneneinstrahlung und Wärme zu vermeiden, sollten sie dunkel und kühl gelagert werden. Für die Herstellung basischer Getränke, beispielsweise aus Salat, Kräutern oder Spinat, empfiehlt sich die Verwendung eines Mixers oder Pürierstabs. Einige säurebildende Lebensmittel, wie Hülsenfrüchte oder Nüsse, können positiv auf die Gesundheit wirken, wenn sie zusammen mit basenbildenden Nahrungsmitteln verzehrt werden. Eine Linsensuppe mit viel Gemüse und frischen Kräutern gewürzt kann ein schmackhaftes und sehr bekömmliches Abendessen sein. Eine bessere Alternative als Kaffee und Honigbrötchen zum Frühstück ist ein basisches Müsli mit Keimlingen, Saaten, Obst und Trockenfrüchten [7].

Quellen