Manche Ernährungswissenschaftler und Naturheilkundler vertreten die Meinung, dass sich die Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers auswirken kann [1]. Die Schulmedizin hingegen verteidigt im Allgemeinen die Ansicht, dass unser Körper stets konstante pH-Werte aufrechterhält. Dies ist in der Tat wichtig, um Zellen und deren Funktionen zu schützen.

Unter Berücksichtigung beider Sichtweisen wird im folgenden Artikel darauf eingegangen, was unter basischen Nahrungsmitteln verstanden wird und wie sie sich auf den Körper auswirken. Des Weiteren werden die wichtigsten basischen Nahrungsmittel und deren basenfreundliche Zubereitung erläutert.

Der pH-Wert und dessen Bedeutung im menschlichen Organismus

Ein pH-Wert gibt an wie sauer oder alkalisch (basisch) eine bestimmte Lösung ist. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14. Der Wert 7 wird als neutral definiert. Alle Werte darunter werden als sauer, alle darüber als basisch oder alkalisch bezeichnet.

Der pH-Wert des menschlichen Blutes liegt zwischen 7,35 und 7,45 [2]. Das heißt, dass er sich im leicht basischen Bereich befindet. Werte außerhalb dieses Bereichs sind schädlich für die Zellen und deren Stoffwechselvorgänge und sind daher lebensbedrohlich [2]. Basische Lebensmittel können diesen pH-Wert nicht über 7,45 anheben, weil der Körper ständig daran arbeitet, den pH-Wert in dem für ihn erforderlichen Bereich zu halten. Dies geschieht vor allem über die Nieren, die Atmung und sogenannte Puffersysteme (s. u.) im Blut.

Die Ernährungswissenschaft vertritt die Meinung, dass – anders als das Blut – Organe und Gewebe durch das Zuführen von Säuren schleichend übersäuern können und dies gesundheitliche Schäden verursacht [3]. In bestimmten Bereichen des Körpers kann der pH-Wert durchaus sehr unterschiedlich sein, ohne dem Körper zu schaden. Im Magen herrscht beispielsweise ein saurer pH-Wert von 1,35–3,5, um die Verdauung der Nahrung zu fördern und Keime abzutöten [2]. Auch der pH-Wert der Haut liegt im leicht sauren Bereich (pH 4–6,5) und bildet so einen „Säureschutzmantel“ [2].

Was wird unter basischen Nahrungsmitteln verstanden?

Wird im Zusammenhang mit weitverbreiteten „Basen- oder Entsäuerungskuren“ von sauren oder basischen Nahrungsmitteln gesprochen, bezieht sich dies nicht auf den geschmacklichen Charakter der Lebensmittel. Beispielsweise sind Zitronen nicht gleich „saure Lebensmittel“. Genauso müssen basische Lebensmittel nicht „seifig“ schmecken. Basisch oder sauer bezieht sich hier auf den Effekt der Lebensmittel auf den Körper.

Ein Lebensmittel wird dann als basisch bezeichnet, wenn während seiner Verdauung und Verstoffwechselung im Endresultat mehr Basen als Säuren im Körper produzieren werden [4]. Das gemeinsame Endprodukt basischer Lebensmittel sind Bikarbonat-Ionen [4]. Zusammen mit Kohlensäure ist Bikarbonat als Base Teil des wichtigsten Säure-Basen-Puffersystems im Körper. Basen können Säuren „abpuffern“ (neutralisieren) und umgekehrt. So hält das Puffersystem den pH-Wert im Gleichgewicht.

Medizinische Fakten

Schulmedizinische Studien konnten zeigen, dass die Ernährung durchaus einen Einfluss auf den pH-Wert des Blutes hat. Zwar ist die Ernährung nicht in der Lage, den pH-Wert aus dem oben genannten „gesunden Fenster“ heraus zu verändern. Jedoch führt eine Ernährung mit überwiegend Säure liefernden Lebensmittel dazu, dass sich die Werte des Blutes in den unteren Bereich des Fensters (7,36–7,38), das heißt in Richtung sauer, verschieben [4]. Die Langzeiteffekte einer solchen Verschiebung sind bis heute nicht geklärt [4].

Die wichtigsten basischen Lebensmittel:

  • reifes heimisches Obst
  • Gemüse
  • Rosinen, getrocknete Feigen
  • Pflanzenöle
  • Mandeln und Maroni
  • Sprossen und Keimlinge (z. B. Mungbohnen-, Hirse-, Leinsamen-, Linsensprossen)
  • Kräutertees
  • grüner Tee

Generelle Zubereitungstipps für eine basische Ernährung

  • Es ist empfehlenswert, Salz einzusparen und stattdessen viel mit frischen Kräutern zu würzen. Kräuter sind Basenlieferanten [3]. Salz hingegen ist dafür bekannt, zu einer Übersäuerung des Körpers zu führen [4].
  • Da es beim Kochen von Gemüse zu einem Verlust von wertvollen basenliefernden Mineralstoffen kommen kann, ist es entscheidend, wie die Speisen zubereitet werden. Dämpfen oder Garen des Gemüses ist besser als Kochen. Rohes Gemüse zeigt den höchsten Mineralstoffgehalt [5]. Dämpfen erfolgt, indem das Gemüse in ein eingelegtes Sieb im Topf gegeben wird. Es soll nicht in das Wasser getaucht werden, sondern nur durch den Wasserdampf des kochenden Wassers gegart werden.
  • Frische Salate können mit Zitronensaft anstatt Essig angemacht werden. Essig gehört zu den Säurebildnern, Zitrone dagegen zu den Basenbildnern.
  • Grüner Tee sollte mit etwa 70 °C (nicht mit kochendem!) Wasser übergossen werden und etwa drei Minute ziehen.
  • Smoothies stellen einen einfachen Weg dar, viel rohes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Im Mixer können verschiedene Obst- und Gemüsesorten mit etwas Wasser zu einem cremigen Smoothie-Getränk verarbeitet werden. Es sollte immer reifes Obst verwendet werden! Als Gemüse eignen sich vor allem Blattgemüse wie Mangold oder Spinat sowie grüne Gurken und Avocados.

Quellen

  • [1] Lorenz Fischer, Elmar T. Peuker: Lehrbuch integrative Schmerztherapie. Haug-Verlag, 2011, S. 319.
  • [2] Gerry K. Schwalfenberg: „The alkaline diet: Is there evidence that an alkaline pH diet benefits health?“, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3195546/, 09.01.2016
  • [3] Robert M. Bachmann, Birgit Kofler-Bettschart: Leicht abnehmen durch Säure-Basen-Balance. Trias-Verlag, 2004, S. 41, S. 46.
  • [4] Ian Forrest Robey: „Examining the relationship between diet-induced acidosis and cancer“, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3571898/, 09.01.2016
  • [5] Michael Worlitschek: Säure-Basen-Haushalt. Wie Sie ihren Körper wirkungsvoll entsäuern. Thieme Verlag, 2011, S. 72.