Die letzte Aerobicstunde hat so viel Spaß gemacht, dass man gar nicht damit aufhören wollte. Die Wanderung zum Gipfel war anstrengend, aber der Ausblick hat für alle Mühen entschädigt. Mit dem regelmäßigen Karatetraining möchte man endlich langfristig etwas für seine Figur tun. Gründe, warum die Menschen Sport machen, gibt es viele. Das böse Erwachen kommt meist erst am Tag danach – in Form eines fiesen Muskelkaters, der jede Bewegung unangenehm schmerzhaft macht. Früher nahm man an, dass eine Übersäuerung den Muskelkater auslöst. Heute ist jedoch die gängige Lehrmeinung, dass kleine Mikroverletzungen im Muskelgewebe und nicht eine Übersäuerung die Muskelschmerzen auslösen. 

Kein Zusammenhang von Übersäuerung und Muskelkater

 Das Wort Muskelkater kommt höchstwahrscheinlich von dem Wort Katarrh, das eine Entzündung bezeichnet. Man bezeichnet damit Schmerzen, die nach körperlicher Anstrengung entstehen. Werden Muskelpartien ungewohnt belastet, kann ein schmerzhafter Muskelkater die Folge sein. Dazu sind gar nicht unbedingt sportliche Aktivitäten nötig – gebückte Gartenarbeit, schweres Tragen und Heben oder ausgiebiges Fensterputzen können bereits ausreichend sein. Auch wenn der Muskelkater zu Bewegungseinschränkungen führen kann, ist er im Gegensatz zu einer Muskelprellung oder -zerrung nicht weiter schlimm. Er klingt auch ohne Behandlung nach ein paar Tagen ganz von alleine ab. Und das, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

Folgende Symptome weisen auf einen Muskelkater hin:

  • In leichteren Fällen Kribbeln der Muskeln, das bis zum Brennen gehen kann.
  • Schmerzen, wenn die geforderte Muskelpartie bewegt wird.
  • Eine verminderte Kraft in den überbeanspruchten Muskeln.
  • Die Muskeln fühlen sich hart und steif an.

Früher gab man der Milchsäure, die beim Training entsteht, die Schuld an der Entstehung des Muskelkaters. So sollte die Übersäuerung zu Muskelschmerzen führen. Heute gehen Mediziner von einem anderen Ansatz aus: Durch die ungewohnte Belastung entstehen kleine Risse im Muskelgewebe, sogenannte Mikrotraumata. Dadurch bilden sich winzige Entzündungen im Muskel, die sich mit Wasser füllen. Beim Beseitigen dieser Entzündungsstoffe kommen diese mit den umliegenden Nervenzellen in Berührung – der typische Muskelkaterschmerz entsteht.

Muskelkater richtig behandeln

Bei ungewohnten Belastungen lässt sich ein Muskelkater so gut wie gar nicht vermeiden. Da nicht eine Übersäuerung den Muskelkater auslöst, hilft es auch wenig, gegen Übersäuerung bei Muskelschmerzen vorzugehen. Besser ist es, die Symptome des Muskelkaters mit geeigneten Maßnahmen zu lindern. Am besten wirkt Wärme, da diese die Durchblutung steigert und dafür sorgt, die beschädigten Fasern der Muskeln mit Spurenelementen und Mineralstoffen zu versorgen. Saunagänge, warme Bäder und Fangopackungen lindern die Schmerzen und beschleunigen den Heilungsprozess.

Falsch ist es jedoch, Muskelkater wegtrainieren zu wollen. Das funktioniert nicht! Gegen leichte Bewegung ist nichts einzuwenden, aber ansonsten ist Schonen angesagt. Der Körper braucht Zeit und Ruhe zur Regeneration. Auch mit Massagen und Dehnübungen werden Sie nicht viel erreichen, falls der Muskelkater bereits zugeschlagen hat. Gönnen Sie sich lieber eine Erholungspause. Um Muskelkater bestmöglich vorzubeugen, sollten Steigerungen im Trainingsplan immer langsam vorgenommen werden und der Körper stets vorsichtig an neue Bewegungsabläufe herangeführt werden.

Muskelkater von Prellung und Zerrung unterscheiden

Wer einen Muskelkater hat, braucht keine Angst zu haben, dass eine Übersäuerung die Muskelschmerzen auslöst. Übersäuerung und Muskelkater stehen nach neuen medizinischen Erkenntnissen in keinem Zusammenhang. Vielmehr haben unbekannte Bewegungen die Schmerzen verursacht. Wenn man sich schont und den Muskeln Zeit zur Regeneration lässt, verschwinden die Beschwerden von ganz alleine meist innerhalb einer Woche. Sollten die Schmerzen jedoch andauern, über das normale Maß eines Muskelkaters hinausgehen oder starke Schwellungen und Rötungen auftreten, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dann kann es sich nämlich auch um eine Prellung, Zerrung oder einen Muskelriss handeln, der einer speziellen Behandlung bedarf.