In der heutigen Zeit fällt es den Menschen immer schwerer, auf das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen zu achten. Doch dies ist für die Erhaltung der Gesundheit und die Vorbeugung von Krankheit von großer Bedeutung. Die Übersäuerung des Körpers kann mit weitreichenden Konsequenzen einhergehen. Diese sind vielfältig und können harmlose Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit bedeuten. Aber auch schwerwiegende chronische Erkrankungen und Hauterkrankungen wie Neurodermitis können die Folge von ständiger Übersäuerung sein. Immer wieder ist von Säure-Basen-Kuren die Rede, die dem Körper helfen sollten, sein Säure-Basen-Gleichgewicht wiederzufinden und somit zu einer guten Gesundheit beitragen. In diesem Artikel wird auf die Möglichkeiten, Sinnhaftigkeit und Durchführung solcher Kuren hingewiesen sowie Tipps für die Umsetzung gegeben.

Wie soll eine Säure-Basen-Kur ausgeführt werden?

Bei einer Säure-Basen-Kur, auch Azidose-Kur genannt, geht es um die Entsäuerung und die Auffüllung des Körpers mit wertvollen Basen. Die Säure-Basen-Balance des Körpers ist eine Forderung für das gesamte Leben. Nur wenn der Körper dauerhaft in einem Einklang zwischen sauren und basischen Lebensmitteln steht, ist der positive Effekt auf die Gesundheit vorhanden. Es wird immer wieder über Kurzzeitangebote und Wochenendkuren informiert. Doch meistens ist es so, dass die Ernährung über diese wenige Tage zwar optimal eingehalten wird, aber zurück im Alltag fällt man in die alten Gewohnheiten zurück. Eine solche Kurzkur empfiehlt sich daher für Menschen, die nur für kurze Zeit aus ihrem Säuren-Basen-Gleichgewicht gekommen sind und dieses wiederherstellen möchten.

Besser ist es, sich mit der neuen Ernährungsform über längere Zeit auseinanderzusetzen. Denn handelt man übereilt, fällt man meist schnell wieder aus dem Konzept. Es gibt viele Möglichkeiten, der Säureflut entgegenzuwirken. Am besten funktioniert dies durch eine ausgeglichene Ernährung und eine Lebensweise, die Körper und Seele, Nahrung, Bewegung und Entspannung einbezieht. Es muss bewusst sein, dass die Säure-Basen-Balance keine Diät, sondern eine gesunde Ernährungsform ist [1].

Säure-Basen-Kuren können helfen, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht zu erlernen, um diese Elemente in den Alltag integrieren zu können.

Besteht die Ernährung zu 80 % aus Basen und nur zu 20 % aus Säuren, befindet sich der Körper in einem Säure-Basen-Gleichgewicht. Bei einer kurzzeitigen Azidose-Kur empfiehlt es sich jedoch, sich wirklich auf hauptsächlich basenbildende Nahrungsmittel zu beschränken.

Nachfolgend sind dafür geeignete Lebensmittel aufgelistet.

Stark basische Lebensmittel:

Gemüse: Karotten, Topinambur, Petersilienwurzel, Pastinaken, Sellerie, Fenchel, Weißkohl, Wirsing, Mangold, Blumenkohl, Grünkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Spinat, Rote Bete, Auberginen, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Radieschen, Rettich, Artischocke, Meerrettich

Salat: Salat mit Bitterstoffen wie Radicchio, Chicorée, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Rucola, frische Sprossen, Wildkräuter

Kräuter und Gewürze: Petersilie, Dill, Schnittlauch, Lorbeer, Majoran, Estragon, Thymian, Oregano, Basilikum, Bärlauch, Brunnenkresse, frische Sprossen, Wildkräuter, Ingwer, Nelken, Muskatnuss, Kurkuma, Chili, Galgant, Vanille, Zimt

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Pellkartoffeln, Bircher-Kartoffeln, Salzkartoffeln, grüne Bohnen

Obst: frisches reifes Obst wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Brombeeren, Ananas, Aprikosen, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Sanddorn, Trauben, Datteln, Feigen

Sojaprodukte: Sojamehl, Sojabrot, Sojabohnen

Süßes und Nüsse: Rosinen, Maronen, Melasse (Zuckersirup), Mandeln, Mandelmus, Haselnüsse, Sesam

Getränke: Tee, zum Beispiel Fenchel, Kümmel, Anis, Lindenblüten, Schafgarbe, Salbei, Melisse, Pfefferminze; frische Gemüse- und Obstsäfte wie Möhrensaft, Tomatensaft, Apfelsaft, Brombeersaft, Himbeersaft, Mineralwasser mit Hydrogencarbonat, Heimwässer mit hohem Anteil an Kalzium [2]

Schwach basische oder neutrale Lebensmittel:

Gemüse: Brokkoli, Spargel, Zwiebeln, Oliven, Lauch, Paprikaschoten, Pilze, Schwarzwurzeln, Gurken

Salat: Eisbergsalat

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Bratkartoffeln (in Öl gebraten), weiße Bohnen, Erbsen

Obst: Heidelbeeren, Wassermelonen, Zitronen, Limonen, Orangen, Grapefruit

Milchprodukte, Sojaprodukte: Molke, Kefir, Buttermilch, Naturjoghurt, Frischkäse, Butter, Tofu, Sojamilch

Süßes: selbst gemachte Früchtemarmelade, Honig, Früchteeis (selbst gemacht)

Getreide, Koch- und Backzutaten, Öle, Essig: Hirsemehl, Buchweizenmehl, Agar-Agar, Leinöl, Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Apfelessig, Balsamico

Getränke: grüner Tee, Kräutertee, Früchtetee (selbst gemischt), Kirschsaft, Ananassaft, Grapefruitsaft, Orangensaft, stilles Wasser, Kakao, Pils, Wein (trocken) [2]

Tipps für eine Azidose-Kur

Für ein bestmögliches Ergebnis sollten während einer Kur wirklich rein basenspendende Lebensmittel zu sich genommen werden. Für die Überleitung der basischen Ernährung von der Kur in der Alltag empfiehlt es sich nach der 80/20-Regel, wie oben erklärt, zu essen. Einsteigern ist zu raten, das Wochenende zum Üben zu benützen. Klappt die basische Ernährung an den freien Tagen, kann man üben, sie auch in den Alltag unter der Woche zu integrieren [1].

Des Weiteren ist es durchaus ratsam, in einer Azidose-Kur Basenmischungen zu verwenden, um den Körper bestmöglich zu entsäuern. Dafür eignen sich bestimmte Präparate, die aus Salzen zusammengesetzt sind. Es empfiehlt sich, ärztlichen Rat einzuholen, welche Mischung geeignet ist. Teemischungen aus Löwenzahn, Brennnesseln und Lindenblüten wirken über Leber, Nieren und Haut entgiftend. Grüner Tee wirkt ebenfalls basisch. Sie können jedoch niemals eine basenorientierte Ernährung ersetzen [3].

Ausreichend trinken ist wichtig, um die Belastung des Körpers durch die Säureelimination möglichst gering zu halten.

Bewegung und leichte sportliche Betätigung helfen dem Körper, in ein gesundes Säuren-Basen-Gleichgewicht zu kommen.

Entspannung, Meditation, aber auch Yoga sind ebenfalls hilfreich, den Körper in seinem Entgiftungsprozess zu unterstützen.

Quellen

  • [1] Eva-Maria Kraske: Säure-Basen-Balance: Der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden. GU, 2013.
  • [2] Maria Lohmann: Der Basen-Doktor: Basische Ernährung: gezielte Hilfe bei den häufigsten Beschwerden. Thieme Verlag, 2013.
  • [3] Hannelore Fischer-Reska: Entsäuerungs-Revolution: Endlich richtig entgiften! Die 12-Wochen-Kur für zu Hause. Südwest Verlag, 2014.