Zucker ist der größte Feind der Zähne. Wer zu viel Zucker isst, wird über kurz oder lang an Karies erkranken. Viele Menschen glauben, durch das Weglassen des Zahnkillers und regelmäßiges Putzen, ihre Zähne ausreichend zu schützen. Dabei übersehen sie die Gefahr für die Zahngesundheit, die von Säuren ausgeht. Während Zucker die Vermehrung schädlicher Bakterien verursacht, zersetzt Säure die Zahnoberflächen. Wie aber erkennt man die beginnende Zersetzung der Zähne? Und wie beugt man ihr vor?

Zahnschmelz – die härteste Substanz des Körpers

Ein Zahn besteht aus mehreren Schichten. Die oberste Schicht, die das empfindliche, von Nerven durchzogene Dentin vor physikalischen und bakteriellen Angriffen schützt, nennt man Zahnschmelz (Substantia adamantina). Zahnschmelz besteht aus der mineralischen Substanz Hydroxylapatit, die in allen Hartsubstanzen von Wirbeltieren wie Knochen und Zähnen vorkommt. Diese oberste Schutzschicht ist die härteste Substanz des Körpers. Sie ist so hart, dass der Zahnarzt zu ihrer Behandlungen einen Bohrer verwenden muss, der mit Diamantsplittern besetzt ist. Der Zahnschmelz wird bereits gebildet, bevor der Zahn durch das Zahnfleisch an die Oberfläche kommt. Seine Bildung wird durch Flourid unterstützt, das man kleinen Kindern häufig in Form von Tabletten verabreicht. Ist diese oberste Schicht des Zahnes beschädigt, kann es zu schmerzhaften Zahnerkrankungen und ernsten Folgeschäden kommen.

Säure greift den Zahnschmelz an

Außer durch Bakterien kann der Zahnschmelz auch durch verschiedene Säuren zersetzt werden. Man nennt diesen Vorgang Zahnerosion. Im Mundraum herrscht normalerweise ein neutraler PH-Wert von 7. Wird der PH-Wert des Mundes unterschritten, durch den inneren und äußeren Einfluss von Säuren, kommt es zu Zahnerosionen. Nach dem Trinken von Fruchtsaft oder dem Genuss von Spinat beispielsweise sind die Zahnoberflächen leicht angeraut. Der Zahnschmelz ist angegriffen. Irreparable Säureschäden werden meist erst sehr spät erkannt. Hitze- und Kälteempfindlichkeit bzw. Schmerzempfindlichkeit der Zähne, die Verflachung der Zahnoberflächen und Verfärbungen können Hinweise auf eine fortschreitende Erosion sein. Später wirken die Zähne wie zerschmolzen. Wenn es soweit ist, hat die Erosion die Zahnkronen bzw. den Zahnschmalz bereits vollständig zerstört. Die Zähne müssen dann aufwändig neu überkront werden, was nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch sehr kostspielig sein kann.

Die Zähne schützen

Damit es gar nicht erst zur Zahnerosionen kommt, ist es nützlich, die wichtigsten Säurequellen zu kennen. Zunächst einmal nehmen wir Säuren durch verschiedene Nahrungsmittel auf. Sie sind in säurehaltigem Obst (Zitrusfrüchte, Kiwis, Äpfel etc.), Essigsäuren in Dressing oder Konserven und sauren Getränken wie Limonade, Wein oder Fruchtsäften enthalten. Auch manche Süßigkeiten greifen die die Zahnoberflächen durch Säure an. Es gibt aber auch körperinterne Säurequellen. Sodbrennen oder häufiges Erbrechen senkt den PH-Wert des Mundinnenraumes ebenfalls. Nahrungsmittel, die Kalzium oder Phosphat enthalten, z.B. Milchprodukte, unterstützen dagegen den Zahnschmelz. Besonders gefährdet für Zahnschäden durch Erosion sind Veganer, Personen mit Essstörungen, die sich häufig übergeben (Bulimiker) oder Personen, die unter Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Doch auch, wer nicht zu einer Risikogruppe gehört, sollte seine Zähne vorbeugend gegen den schädlichen Einfluss von Säuren schützen:

  • Säurehaltige Lebensmittel sollten nicht ständig und nur in Maßen genossen werden. Das gilt auch und gerade für Kinder.
  • Nach dem Genuss säurehaltiger Lebensmittel sollte man mindestens 30 bis 60 Minuten bis zum nächsten Zähneputzen vergehen lassen. Ist die Zahnoberfläche durch die Säure angeraut, kann der Zahnschmelz beim Putzen abgetragen werden.
  • Flourid schützt und härtet den Zahnschmelz. Deshalb empfiehlt es sich, flouridhaltige Zahnpasten und Mundspülungen zu verwenden oder einmal wöchentlich eine Flouridpaste auf die Zahnoberflächen aufzutragen.
  • Speichel bindet die Säure und stellt den natürlichen PH-Wert des Mundinnenraums wieder her. Lebensmittel, die lange gekaut werden müssen, wie beispielsweise Vollkornbrot regen die Speichelbildung an und schützen die Zähne so vor Säure.
  • Zahnpasten mit aufhellender Wirkung greifen den Zahnschmelz zusätzlich an.
  • Kalziumhaltige Nahrungsmittel, wie beispielsweise Milch, neutralisieren Säuren und dämmen so die Zahnerosion ein.

Mit der richtigen Ernährung und der Beachtung einiger Hinweise kann man Zahnerosion vorbeugen und die eigene Zahngesundheit schützen. ​

Quellen