Ein mögliches Symptom einer ernährungsbedingten Übersäuerung (latente Azidose) können Schmerzen sein. Häufig wird in Zusammenhang mit einer Übersäuerung des Körpers von Schmerzen an Muskeln und Gelenken berichtet.

Wann Schmerzen durch Übersäuerung auftreten, welcher biologische Wirkmechanismus dahinter steht, welche Behandlung erfolgen kann und welche Risiken in diesem Zusammenhang bestehen, zeigt der folgende Text.

Medizinische Fakten

In der klassischen Medizin bezeichnet der Begriff Übersäuerung (Azidose) eine Senkung des pH-Wertes (freie Konzentration an Wasserstoffionen), die ausschließlich im Blut messbar ist. Die Naturheilkunde verendet den Begriff Übersäuerung (Azidose oder latente Azidose) für eine erhöhte Belastung des gesamten Körpers mit Säuren, die meist durch eine reichliche Zufuhr an säurebildenden Nahrungsmitteln und ungesunder Lebensweise entsteht. Eine Veränderung des pH-Wertes im Blut ist hier meist nicht festzustellen. Jedoch wird eine erhebliche Belastung des Körpers durch die erhöhte Säurebildung vermutet, wodurch die Entstehung verschiedenster Krankheiten am Bewegungsapparat, wie Gelenkentzündungen (Arthritis), Osteoporose (Abbau von Knochensubstanz) oder Muskelverspannungen, begünstigt werden kann.

Schmerzen sind ein Warnsignal des Organismus und weisen auf eine Schädigung des Körpers hin. Dies können von außen verursachte Verletzungen sein oder Erkrankungen, die schmerzende Entzündungen hervorrufen.

Eine ernährungsbedingte Übersäuerung des Körpers (latente Azidose) entsteht meist durch eine Ernährung, die hauptsächlich aus tierischen Eiweißen (Proteinen) und Weißmehlprodukten besteht. Bewegungsmangel und Stress tragen ebenfalls zu einer Übersäuerung des Körpers bei. Tierisches Eiweiß (Protein) enthält viele schwefel- und phosphorhaltige Aminosäuren (Proteinbausteine). Diese sind für den Körper zwar wichtige Stoffwechselbausteine, belasten aber bei übermäßiger Zufuhr den Organismus stark, da die Abbauprodukte dieser Aminosäuren im Körper starke Säuren bilden.

Der Organismus wirkt Änderungen des pH-Wertes durch sogenannte Blutpuffer entgegen. Diese Puffer halten das Säure-Basen-Verhältnis im Gleichgewicht (Homöostase) und gleichen die üblichen Schwankungen schnell aus. Eine übermäßige Zufuhr von säurehaltigen Lebensmitteln vermindert die Kapazität der Blutpuffer und der Körper speichert überschüssige Säuren im Bindegewebe. Das Bindegewebe puffert die Säuren zwar ab, jedoch werden hierfür Mineralstoffe benötigt, die der Organismus dem Gewebe entzieht (Demineralisierung). Hiervon sind besonders die Knochen, die Muskeln und das Bindegewebe betroffen. Durch die Demineralisierung dieser Gewebe entstehen Schädigungen, die häufig mit Schmerzen einhergehen und Erkrankungen wie Arthritis, Osteoporose oder Muskelverhärtungen begünstigen.

Die Produkte, die durch die Neutralisation der Säuren mit Mineralstoffen entstehen, sind Salze, oft auch Verkalkungen genannt. Diese können ebenfalls zu Schmerzen in den Gelenken, Sehnen, Muskeln oder an den Nerven führen. Schmerzen in diesen Köperteilen können demnach ein Hinweis auf eine Übersäuerung des Körpers sein, werden aber nicht durch die Übersäuerung selbst hervorgerufen, sondern durch die Schäden, die eine Übersäuerung an den verschiedenen Gewebearten anrichtet.

Behandlung

In den meisten Fällen wird bei Verdacht auf Übersäuerung des Körpers eine Ernährungsumstellung empfohlen. Hierbei sollen vermehrt basenbildende Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse, auf dem Speiseplan stehen. Zudem wirken sich wahrscheinlich ausreichend Bewegung und Stressreduktion positiv auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus.

Zu beachten

Da Schmerzen ein Alarmsignal des Körpers sind und auf eine Verletzung oder Erkrankung hinweisen, sollte bei starken Schmerzen, besonders ohne erkennbaren Grund, ein Arzt aufgesucht werden. Auch leichte Schmerzen, die lang anhaltend sind, sollten frühzeitig behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass die Schmerzen chronisch werden. Durch eine frühzeitige Diagnose kann das Voranschreiten einiger Erkrankungen möglicherweise verlangsamt oder verhindert werden.

Quellen