Die Haut ist der Spiegel der inneren Organe und der Seele. Wer kennt es nicht, dass die Haut bei körperlichen und psychischen Belastungen mitreagiert und sich eine Vielfalt von Symptomen entwickeln kann? Der Hautton eines gesunden Mittel- und Westeuropäers zeigt sich in einem zartrosa durchschimmernden Ton. Veränderungen von blassweiß, fahlgrau, gelblich, bräunlich oder fleckig deuten auf krankhafte Veränderungen der Haut hin. Von der Beschaffenheit her fühlt sich eine gesunde Haut samtweich und glatt an. Gesunde Hautschichten formen prall, elastisch und tonisierend eine straffe Körpersilhouette. Zeigt sich die Haut dagegen rissig, rau, verquollen, erschlafft, trocken, gerötet oder weist sogar Erkrankungssymptome wie Hautausschläge auf, kann die Hautbalance gestört sein [1].

Wie und warum zeigt sich eine Übersäuerung der Haut?

Bei Hauterkrankungen handelt es sich meistens um Ausscheidungskrankheiten. Der Körper schützt sein inneres Milieu vor Säuren und Giften, wenn eine normale Ausscheidung nicht mehr oder nur reduziert möglich ist. Eine beginnende Übersäuerung zeigt sich zuerst in Veränderungen von Haut, Haaren und Nägel. Die Haut kann fahler, oft auch unreiner werden. Das Bindegewebe kann erschlaffen und somit Cellulite entstehen. Durch die enormen Belastungen können Hautausschläge entstehen, mit denen der Körper versucht Säuren und Gifte loszuwerden. Auch Akne kann durch eine Übersäuerung des Gewebes verursacht werden, da die Übersäuerung eine verstärkte Hornschicht bewirkt. Der normale Abfluss des gebildeten Talgs wird durch diese verhindert und ruft somit eine Entzündungsreaktion hervor. Bei der Neurodermitis handelt es sich um einen Hautausschlag mit Juckreiz. Die Haut ist chronisch trocken; es gibt verschiedene Auslöser. Die genetische Veranlagung, eine Allergie, Störungen im Immunsystem sowie psychische Einflüsse können eine Rolle spielen. Die Ausbreitung der Neurodermitis ist eng mit einer Übersäuerung assoziiert. Entzündungen, psychische Belastungen und Störungen im Immunsystem können eine vermehrte Säurebildung mit sich führen, welche der Körper dann über die Haut ausscheiden muss.

Ein Ekzem ist eine entzündliche Erkrankung der obersten Hautschicht, die mit der Bildung von trockener Haut, Hautausschlägen, Schuppen, Bläschen, Knötchen, Rötung und einem starkem Juckreiz einhergehen kann. Die Ursachen sind auch hier vielfältig und eine bestehende Übersäuerung des Körpers verstärkt die Symptomatik des Ekzems. Die komplette Ausheilung der Krankheit wird dadurch verzögert.

Auch „offene Beine“ (Ulcus cruris) können neben den bekannten Ursachen (Diabetes, Durchblutungsstörungen) darauf hindeuten, dass der Körper Giftstoffe loswerden möchte.

Das durch die Ausscheidung von sauren Stoffen bedingte saure Milieu der Haut und Schleimhäute schafft ideale Bedingungen für die Ansiedlung und Vermehrung von Haut- und Nagelpilzen sowie von Darm- und Scheidenpilzen (Mykosen). Eine vermehrte Besiedlung mit diesen Mikroorganismen weist auf eine Übersäuerung des Körpers hin.

Durch erhöhte Säureablagerungen im Gewebe verliert die Haut ihre Elastizität, das Gewebe kann zäh und spröse werden. Dadurch werden lebensnotwendige Funktionen, also der Austausch von Nährstoffen und der Abtransport von Schadstoffen immer mehr behindert. Durch Übersäuerung wird die Unterhaut aufgequellt und kann zu Orangenhaut (Cellulite), vor allem an Hüften, Po und Oberschenkeln führen. Die häufigsten Ernährungsstörungen sind auf einen übermäßigen Genuss von Einfachzuckern und Fetten, vielen Konservierungsstoffen und einem hohen Natriumgehalt zurückzuführen. Dabei wird Flüssigkeit im Körper zurückgehalten, die dann früher oder später zu einer Wasseransmmlung (Ödem) führt. Diese Zunahme des Ödems geht häufig mit einer Zunahme an Fettgewebe einher, beeinflusst den Nährstoffaustausch, führt zu einer verminderten Zellfunktion und somit zu einer Gewebsveränderung.

Des Weiteren können auch fettiges, klebriges, glanzloses und trockenes Haar die Folge von einer Übersäuerung sein. Das Haar kann sich struppig, spröde und schuppig anfühlen. Eingerissene, trockene und weiche Nägel können ebenfalls ein Symptom von einem Zuviel an saurer Ernährung sein [1] [2] [3] [4].

Wie kann einer Übersäuerung der Haut entgegengewirkt werden?

Eine Ernährung, bestehend aus übermäßig sauren Lebensmitteln kann viele Symptome der Haut und sogar Hauterkrankungen hervorrufen. Um trockener Haut, Hautausschlägen und Juckreiz der Haut entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, diese Lebensmittel zu vermeiden bzw. nicht zu oft zu konsumieren. Säurebildende Lebensmittel sollten immer mit basischen Lebensmitteln gemischt werden, damit sie dem Körper nicht zu sehr schaden. Doch was sind saure Lebensmittel? Säurebildende Lebensmittel schmecken nicht in jedem Falle auch sauer. Lediglich deren Wirkung auf den Organismus ist sauer. Die Hauptursachen der Übersäuerung sind eine vielfach höhere Aufnahme an Eiweiß, als für den Gewebeersatz notwendig ist (vor allem Fleisch, Eier, Fisch, Käse), ein zu hoher Konsum von raffinierten, stark verarbeiteten Nahrungsmitteln (vor allem Zucker, Weißmehl). Eine weitere Ursache ist eine lange Verweildauer von Nahrungsbestandteilen im Darm und die damit verbundenen Gärungs- und Fäulnisprozesse.

Zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts empfiehlt sich eine Ernährung, die zu 80 % aus basenbildenden und zu 20 % aus säurebildenden Nahrungsmitteln besteht. Die basenbildenden Nahrungsmittel sind zum Beispiel Gemüse, Salate und Obst [5] [6].

Quellen

  • [1] Michael Droste-Laux: Das Säure-Basen-Erfolgskonzept: Entschlackung – Ernährung – Körperpflege. Knaur MensSana eBook, 2014.
  • [2] Christine Wahler: Natron: Das Milieu ist alles. BoD – Books on Demand, 2015.
  • [3] Marco Gasparotti: Liposkulptur, Body Contouring, Cellulite-Behandlung: Praxismanual und Farbatlas. Schattauer Verlag, 2008, S. 204–205.
  • [4] Sabine Wacker, Andreas Wacker: 300 Fragen zur Säure-Basen-Balance. Gräfe und Unzer, 2012.
  • [5] Dantse Dantse: KREBS mag Weizen, liebt Zucker und knutscht Milch: Wie Ernährung Krebs auslöst. Neobooks Self-Publishing, 2015.
  • [6] Rainer Stange, Claus Leitzmann: Ernährung und Fasten als Therapie. Springer Verlag, 2010, S. 140–144.