Viele Menschen klagen regelmäßig über Sodbrennen, Völlegefühl oder saures Aufstoßen. Mögliche Ursache ist eine Übersäuerung des Magens, wo Symptome dieser Art häufig auftreten. Schuld an einer Magenübersäuerung, in Fachkreisen auch Hyperazidität genannt, ist eine übermäßige Produktion von Magensäure. Diese kann in Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten auftreten. Auch das Gegenteil ist möglich: eine zu geringe Produktion von Magensäure. Bei einer Untersäuerung des Magens sind die Symptome ähnlich denen einer Hyperazidität. Für die richtige Behandlung der Beschwerden ist daher eine differenzierte Diagnose nötig. 

Übersäuerung des Magens: Symptome und Ursachen

Im Magen herrscht grundsätzlich ein saures Milieu. Dieses wird durch sogenannte „Belegzellen“ im Magen erzeugt, die Salzsäure produzieren. Die Magensäure übernimmt wichtige Aufgaben im Verdauungsprozess. Einerseits sorgt sie dafür, dass mit der Nahrung zugeführte Krankheitserreger abgetötet werden. Andererseits brauchen die Verdauungsenzyme ein saures Milieu, um die Nahrung richtig aufspalten zu können. Die Belegzellen werden durch spezielle Reize zur Produktion von Magensäure stimuliert, etwa beim Duft von Essen oder bei der durch den Speisebrei verursachten Dehnung der Magenwand. Nimmt die Magensäureproduktion jedoch überhand, entstehen durch die Übersäuerung Symptome im Magen, die das Wohlbefinden stark beeinträchtigen können.

Typische Symptome einer Hyperazidität:

  1. Übelkeit und Erbrechen
  2. Bauchschmerzen und Blähungen
  3. Sodbrennen
  4. Völlegefühl
  5. Saures Aufstoßen

Auslöser dieser Beschwerden ist eine Schädigung der Magenschleimhaut und des Zwölffingerdarms. Zu dieser Schädigung kommt es durch eine dauerhafte Übersäuerung des Magens. Die Gründe können unterschiedlichster Natur sein. So überfordern hastiges Essen, zu große Nahrungsmengen, ein Zuviel an Alkohol, Nikotin oder Kaffee beispielsweise den Magen. Auch Stress und Ärger, ein Befall der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter Pylori oder die langzeitige Einnahme bestimmter Medikamente (etwa Acetylsalicylsäure) können zu einem Säureüberschuss führen.

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Problematisch ist, dass auch eine Untersäuerung des Magens Symptome wie Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit, Völlegefühl und saures Aufstoßen hervorrufen kann. Steht beim Verdauungsprozess keine ausreichende Menge an Magensäure zur Verfügung, wird die Nahrung nicht fein genug aufgespalten und der Speisebrei im Darm ist zu grob, wodurch es zu oben genannten Beschwerden kommt.

Übersäuerung: Symptome im Magen behandeln

Für die Behandlung einer Übersäuerung des Magens und der Symptome ist es daher unabdingbar, von Anfang an klarzustellen, ob eine Übersäuerung oder eine Untersäuerung des Magens die Symptome verursacht. Wenn eine Übersäuerung die Symptome im Magen hervorruft, wird der Arzt eine ausführliche körperliche Untersuchung und möglicherweise eine Magenspiegelung anordnen. Die Therapie erfolgt dann in Zusammenhang mit der festgestellten Krankheit. Es gibt jedoch gängige Behandlungsmethoden, die dem Patienten schnelle Linderung verschaffen können.

Therapie bei einer Übersäuerung des Magens:

  • Meidung aller magenreizenden Einflüsse: Dazu gehören beispielsweise Rauchen, Alkohol, scharfes und fettiges Essen, Kaffee.
  • Magenreizende Medikamente eventuell durch magenschonende ersetzen.
  • Medikamentöse Therapie: Die Gabe von sogenannten Säureblockern kann Symptome schnell lindern. Bei einem Helicobacter-Befall ist die zusätzliche Einnahme eines Antibiotikums nötig.

Risiken und Folgen einer Hyperazidität

Besteht die Übersäuerung des Magens nur für kurze Zeit, sind meist keine schlimmen Folgeschäden zu erwarten. Bei einer dauerhaften Hyperazidität können allerdings schwerwiegende Schäden an der Magenschleimhaut und im Zwölffinderdarm in Erscheinung treten. Die Übersäuerung des Magens kann dann sowohl Auslöser als auch Anzeiger von Krankheiten wie einem Zwölffingerdarmgeschwür, einer Magenschleimhautentzündung, der Refluxkrankheit oder eines Magengeschwürs sein. Länger andauernde Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sollten daher unbedingt ärztlich abgeklärt werden.