Bei der Cellulite (im Volksmund auch Orangenhaut genannt) handelt es sich um Fetteinlagerungen in der Unterhaut (Subkutis), die sich durch das Bindegewebsgerüst nach außen abzeichnen. Durch Volumenzunahme der Fettzellen kann es zu einer Störung des Lymphabflusses und somit zum vermehrten Eindringen von Flüssigkeit ins Gewebe kommen, wodurch die Entstehung von Cellulite zusätzlich fördert wird. Dieses Phänomen betrifft vor allem Frauen, da das Bindegewebe des weiblichen Körpers generell instabiler und weniger elastisch ist.

Die Genese (Entstehung) ist multifaktoriell. Übersäuerung, als Ausdruck einer unausgewogenen Ernährung, ist einer dieser Faktoren.

Medizinische Fakten zur Übersäuerung

Ein Messparameter, der eine Aussage über den Säure-Basen-Haushalt im Körper liefert, ist der pH-Wert. Er sollte im Blut einen Wert zwischen 7,35 und 7,45 einnehmen. Liegt der Wert dauerhaft in einem niedrigen Bereich, kann eine chronische Übersäuerung vorliegen. Verursacht wird dies häufig durch den übermäßigen Verzehr säurebildender Nahrungsmittel (z.B. Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte). Die körpereigenen Puffersysteme, die den Säure-Basen-Haushalt stabilisieren, sind in diesem Fall überlastet. Die Kapazität der Puffersysteme und der pH-Wert können mittels einer Blutuntersuchung erfasst werden. Durch den vermehrten Anfall von Säuren sinkt die Wasserbindungsfähigkeit des Bindegewebes. Es verliert an Elastizität und begünstigt somit die Ausbildung der Cellulite-typischen, delligen Haustruktur. Ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt kann sich systemisch auf den Körper auswirken und in unterschiedlichen Bereichen zu Veränderungen und Symptomausbildung führen. Typische Anzeichen für eine Übersäuerung sind unter anderem Müdigkeit und Antriebsschwäche, Veränderungen von Haut, Haaren und Nägeln, eine erhöhte Infektanfälligkeit, sowie Unruhezustände und Nervosität.

Behandlung

Die Cellulite ist ein chronisches Geschehen, dem ein komplexer Entstehungsprozess zugrunde liegt. Eine langfristige Symptomlinderung wird vor allem durch gezielte Ursachenbekämpfung möglich. Die Kosmetikindustrie bewirbt zudem zahlreiche Anti-Cellulite-Cremes und –Gels, die jedoch eher selten eine kausale Wirkung zeigen.

Im Falle einer Übersäuerung gehört die Änderung der Ernährungsweise zur Therapie. Säurebildner sollten vermieden werden, basisch wirkende Nahrungsmittel (z.B. Obst, Gemüse, Haselnüsse) in den Vordergrund rücken. Zusätzlich können durch die Einnahme von organischen (z.B. Citrat) oder anorganischen (z.B. Bikarbonat) Mineralstoffen, Basen ersetzt (Basensupplementierung) und eine Übersäuerung ausgeglichen werden. Um Cellulite ganzheitlich zu behandeln, sollte auch anderen Risikofaktoren, wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel, entgegengewirkt werden. Eine Anregung der Durchblutung in Form von Wechselduschen oder Massagen kann sich ebenfalls positiv auswirken.

Zu beachten

Nach wie vor wird diskutiert, ob es sich bei der Cellulite um ein medizinisches oder ein rein kosmetisches Problem handelt. Mittlerweile ist nahezu jede Frau im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Erste Anzeichen können bereits in der Pubertät sichtbar werden. Ein Zusammenhang zum Wohlstand unserer Gesellschaft ist naheliegend. Nichtsdestotrotz können die Ursachen der Cellulite eine klinische Relevanz aufweisen, die einer ärztlichen Abklärung bedarf. Eine chronische Übersäuerung beispielsweise kann langfristig die Entstehung von Gicht, chronischen Rückenschmerzen, Osteoporose und einer rheumatoiden Arthritis fördern. Sinkt der pH-Wert unter 7,35, wird von einer Azidose gesprochen, die in ihrer Maximalform lebensbedrohlich ist und ärztlich behandelt werden muss. Menschen, die zu Übersäuerung neigen, sollten ihren Körper daher gut beobachten und bei Symptomausbildung einen Arzt aufsuchen. Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Gestresste, Senioren, Sportler, Fastende und Diäthaltende.

Quellen