Schmerz ist keine Erkrankung, er ist ein Symptom. Die Zahl der Patienten mit chronischen Schmerzen nimmt stetig zu. Migräne, Gicht, Rheuma, Osteoporose und Muskelerkrankungen sind nur einige Beispiele, die für den Patienten eine dauerhafte Belastung darstellen können.

Chronische Schmerzzustände führen über verschiedene Mechanismen zu einer Übersäuerung des Gewebes. Im Sinne einer ganzheitlichen Schmerztherapie erscheint es daher sinnvoll, bei Schmerzpatienten auf eine chronisch latente Übersäuerung zu achten und diese entsprechend therapeutisch zu kompensieren.

Chronische Übersäuerung schmerzt

Fest steht, dies belegen Untersuchungen, dass Säure zu Schmerzen führt. In einem Versuch unter japanischen Studenten wurden Lösungen unterschiedlichen pH-Wertes unter die Haut gespritzt und anschließend die daraus resultierenden Schmerzen anhand einer Skala beurteilt. Bereits bei einem pH von 5,5 wurden die Schmerzen mit der höchsten Schmerzempfindung beurteilt. Schmerz wird als Stress erlebt. Jede Stressreaktion veranlasst den Körper, das Stresshormon Adrenalin auszuschütten. Dies verschlimmert die Situation: Der Körper kann seinen Säureüberschuss nicht mehr kompensieren.

Den Säureüberschuss neutralisieren

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes erscheint es somit sinnvoll, bei chronischen Schmerzen eine chronisch latente Azidose zu vermuten und diese zu behandeln. „Durch Zugabe von Basen konnten wir bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eine erhebliche Verminderung von Schmerzmitteln feststellen“, so Prof. Jürgen Vormann, Ernährungswissenschaftler aus München.

Die Ärztin und Azidose-Expertin Dr. Renate Collier hat folgenden Satz geprägt: „Atmungs- und Kreislaufzentrum werden durch die Kohlensäure erregt. Müdigkeit und Schlafstörungen sind Ausdruck zunehmender Säuerung. Und letzter SOS-Ruf des Körpers, wenn die Säure lokal oder im ganzen Körper ansteigt, ist der Schmerz!”

Zahlreiche Studien bestätigen den Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und einer chronisch latenten Azidose.

  • Alex Witasek hat jeweils 30 Patienten entweder ein Basenmineralgemisch oder eine Placebo-Mischung über einen Zeitraum von drei Wochen verabreicht. Nacken- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, Herzjagen, Erschöpfung und Schlafstörungen ließen in der Basengruppe erheblich nach.
  • Bei der Studie von Vormann, Worlitschek und Team nahmen 80 Probanden über vier Wochen ein Basenpräparat ein. Dabei kam es zu einer deutlichen Verbesserung von Rückenschmerzen.

Bei chronischen Schmerzzuständen führen diverse Umstände dazu, dass die Basenspeicher des Körpers geleert werden. Eine Basentherapie hat sicherlich keine direkte schmerzlindernde Wirkung. Im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie kann sie jedoch Regenerationsvorgänge unterstützen.

Literatur:

  1. Bastigkeit, M. Analgetische Arzneistoffe, Govi-Verlag, Eschborn 2013
  2. Czeus R, Bender T, Vormann J. Alkaline mineral supplementation for patients with rheumatoid arthritis.  Rheumatology. 2005;  44 (S 1) 179
  3. Jörgensen, H.H.: Säure-Basen-Haushalt, Erfahrungsheilkunde, 8, 490-496,1996
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  9. Worlitschek M. Praxis des Säure-Basen-Haushalts. Grundlagen und Therapie. 6. Aufl. Stuttgart; Haug 2008