Basenpulver gegen Übersäuerung (Azidose) | Infos & Tipps

Der menschliche Körper ist auf das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Körpersysteme angewiesen, die alle reguliert und im Gleichgewicht gehalten werden müssen. Eines dieser Systeme ist der Säure–Basen-Haushalt, der bei einer Entgleisung in die Übersäuerung weitreichenden Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden nimmt. Betroffene klagen oftmals über Kopfschmerzen, anhaltendes Schwächegefühl, Antriebslosigkeit und Verstimmungen. Da die Übersäuerung meistens schleichend vonstattengeht, setzen die Symptome nicht akut, sondern erst über eine längere Zeit ein. Ob Basenpulver die Übersäuerung beseitigen kann, wird im Folgenden erläutert.
Basenpulver

Was bewirkt Basenpulver?

Basenpulver liefert basische Mineralstoffe wie Citrate von Kalium, Kalzium und Magnesium, die überschüssige Säuren im Körper abpuffern sollen. Es kann eine basenreiche Ernährung ergänzen, sie aber nicht ersetzen. Bei Nierenerkrankungen oder dauerhafter Einnahme vorher ärztlich abklären.

Ursachen einer Übersäuerung

Es ist wichtig, zu verstehen, dass der menschliche Körper seinen Säure-Basen-Haushalt konstant in einem pH-Bereich von 7,37 bis 7,45 halten muss. Bei unzähligen Stoffwechselvorgängen entstehen saure Stoffwechselprodukte als „Abfall“. Diese sauren Stoffe müssen entweder vom Körper ausgeschieden oder neutralisiert werden. Hierfür besitzt der Körper drei verschiedene Regulationsmechanismen. Im Blut sind Pufferbasen enthalten, damit die sauren Stoffe so schnell wie möglich abgepuffert (neutralisiert) werden können. Die Nieren sind für die Ausscheidung verantwortlich und die Lunge kann durch die Regulation des Kohlenstoffdioxidgehalts im Blut den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen [1].

Bei Lungenkrankheiten wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder Asthma kann eine respiratorische Azidose entstehen, da die Lunge als Regulationsorgan betroffen ist. Gleiches gilt bei einer vorangeschrittenen Nierenerkrankung (Niereninsuffizienz), da die Ausscheidung der Säuren und Basen gestört ist. Ein ungenügend eingestellter Diabetes mellitus kann zu einer Stoffwechselentgleisung mit einer Azidose führen. Diese Störungen bilden neben der respiratorischen Azidose die zweite große Gruppe einer Übersäuerung, die metabolische Azidose [1].

Der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung einer Azidose wird kontrovers diskutiert. Es sollte sich vor Augen geführt werden, dass die meisten Säuren im menschlichen Körper nicht durch die Ernährung, sondern – wie bereits erwähnt – durch die Stoffwechselvorgänge anfallen. Im menschlichen Körper liegen freie Basen in einem Verhältnis von 20:1 zu den freien Säuren vor. Dies bedeutet, dass die Säuren schnell und effektiv abgepuffert werden können. Dieser gewaltige Überschuss an Pufferbasen entsteht nicht durch die Nahrungsaufnahme, sondern durch Regulationsprozesse im Körper. Saure Nahrungsmittel führen daher nicht zu einer Übersäuerung des Körpers. Darüber hinaus ist zu klären, was als saures Nahrungsmittel gilt, denn unser Geschmacks– und Geruchssinn hilft oft nicht weiter. Ob ein Lebensmittel sauer oder basisch reagiert, hängt von seiner Fähigkeit ab, Wasserstoffmoleküle zu binden oder abzugeben, nicht von seinem Geschmack. Beispielsweise entfalten Essig oder eine Zitrone eine basische Wirkung, obwohl sie sauer schmecken. Lebensmittel wie Brot, Süßigkeiten oder Nudeln wirken eher sauer [3].

Basenpulver gegen eine Übersäuerung

Basenpulver sollen eine nahrungsbedingte Säurebelastung reduzieren und den Säureüberschuss ausgleichen, um einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt zu schaffen. In der Regel enthalten sie Mischungen aus MineralsalzverbindungenSaccharose oder Laktose sowie Zusätze wie Spurenelemente, Vitamine oder Elektrolyte. Es gibt verschiedenste Basenpulver mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, beispielsweise Citrat Basenpulver oder Balance Pulver. Das enthaltene Natriumhydrogenkarbonat (Natriumbikarbonat) wird vom Körper aufgenommen und vergrößert den Vorrat der freien Pufferbasen. Mehr Pufferbasen können schneller die anfallenden Säuren abpuffern. Magnesium, Kalzium und Kalium versorgen als kationische Mineralstoffe die Drüsen des Verdauungssystems (Leber, Bauchspeicheldrüse). Diese sind wichtig für die Regulation der Nahrungsaufnahme und ein neutrales Darmmilieu. Zusammen sollen diese Stoffe die über Jahre angesammelten Säuren, vor allem im Gewebe, ausschwemmen und abtransportieren.

In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft haben sich Ernährungsgewohnheiten etabliert, die von der evolutionär optimalen Ernährung abweichen. Heutzutage werden (zu) viel Fleisch sowie kurzkettige Kohlenhydrate in Form von Schokolade, Nudeln oder Weißbrot in Massen verzehrt. All diese Lebensmittel wirken sauer. Doch für diesen vermehrten Säureanfall ist unser Körper bestens gewappnet. Wie bereits erwähnt, besitzt der menschliche Körper einen gewaltigen Vorrat an Pufferbasen, die den vermehrten Säureanfall schnell und effektiv abpuffern können. Solange auch die anderen Regulationsmechanismen (Lunge und Nieren) optimal funktionieren, droht dem Körper daher auch ohne Basenpulver keine Übersäuerung.

Bisher konnten keine Beweise erbracht werden, dass ein vermehrter Säureanfall durch die Nahrung Krankheiten auslösen kann. Viele Basenpulver sind oftmals mit wertvollen ElektrolytenVitaminenSpurenelementen oder gar Ballaststoffen angereichert, die der Körper dringend benötigt. Diese Stoffe haben einen wohltuenden und nachhaltigen Effekt auf den Körper und können eine positive Wirkung suggerieren. Auch wenn die Wirkung auf den Säure-Basen-Haushalt kontrovers betrachtet wird, liefern die Basenpulver oftmals viele gesunde Spurenelemente für den menschlichen Organismus [2][3].

Rezeptideen für eine basische Ernährung

Zu beachten

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Auch wenn das Basenpulver zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählt, müssen einige Hinweise zum Verzehr beachtet werden. Basenpulver ist kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung oder eine gesunde Lebensweise. Das Basenpulver sollte außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Vor dem Verzehr sollten die Anwendung und die Kontraindikationen sorgfältig beachtet werden. Wenn Störungen des KaliumhaushaltesBluthochdruck, eine Alkalose oder eine Niereninsuffizienz bestehen, ist es angeraten, vor Einnahme mit dem Hausarzt Rücksprache zu halten. Betroffene sollten eine altersgerechte Menge verzehren und die Höchstmenge nicht überschreiten [2].

Häufige Fragen zu Basenpulver

Wann nimmt man Basenpulver am besten ein?
Häufig wird es abends oder zwischen den Mahlzeiten mit Wasser empfohlen, da der Körper nachts vermehrt Säuren ausscheidet. Wichtiger als der Zeitpunkt ist eine maßvolle, nicht dauerhafte Einnahme.
Ist Basenpulver sinnvoll oder überflüssig?
Bei ausgewogener, basenreicher Ernährung ist Basenpulver meist nicht nötig. Es kann kurzfristig unterstützen – die Basis bleibt die Ernährung.
Was ist der Unterschied zwischen Basenpulver und Natron?
Natron ist reines Natriumhydrogencarbonat, Basenpulver enthält meist eine Mischung basischer Mineralcitrate (Kalium, Kalzium, Magnesium). Beide sollten nur maßvoll eingenommen werden.

Weiterführende Informationen zum Thema Tipps gegen Übersäuerung:

Quellen

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