Entsäuerung des Körpers | Behandlungsmethoden & Tipps

Eine Übersäuerung des Körpers bringt meist bereits nach kurzer Zeit Beschwerden mit sich. Die häufigsten und meist ersten Merkmale sind ständige Müdigkeit sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Außerdem kann es beispielsweise zu Sodbrennen, Hautirritationen, Kopfschmerzen, Allergien und Stimmungsschwankungen kommen. Einer chronischen Übersäuerung des Körpers kann durch verschiedene Maßnahmen entgegengewirkt werden. An allererster Stelle bei der Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichts steht eine gesunde Ernährung. Außerdem sollte Sport getrieben und eine naturheilkundliche Therapie in Erwägung gezogen werden In folgendem Text werden einige Methoden beschrieben, die der Entsäuerung des Körpers dienen.
Entsäuerung des Körpers

Den Körper zu entsäuern bedeutet, überschüssige Säuren abzubauen und den Säure-Basen-Haushalt zu entlasten. Am wirksamsten ist eine Kombination aus basenreicher Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßiger Bewegung und unterstützenden Maßnahmen wie Basenbädern. Eine gezielte Entsäuerungskur bündelt diese Bausteine über einen festen Zeitraum.

Was ist eine Entsäuerungskur?

Eine Entsäuerungskur fasst die einzelnen Maßnahmen zum Säureabbau über einen festgelegten Zeitraum zusammen, üblicherweise ein bis drei Wochen. In dieser Zeit werden säurebildende Lebensmittel weitgehend weggelassen und basische Maßnahmen verstärkt, um den Körper gezielt zu entlasten. Gemeint ist dabei die naturheilkundliche Entsäuerung, also der Abbau einer erhöhten Säurelast im Bindegewebe. Sie ist klar von der akuten, medizinisch behandlungsbedürftigen Azidose des Blutes zu unterscheiden. Für gesunde Erwachsene gilt eine solche Kur als unbedenklich. Bei bestehenden Erkrankungen sollte sie vorab ärztlich abgeklärt werden.

Ablauf einer Entsäuerungskur

Eine Entsäuerungskur lässt sich in drei Phasen gliedern:

  1. Vorbereitung (1 bis 2 Tage): Kaffee, Alkohol, Zucker und Weißmehlprodukte werden schrittweise reduziert, um den Umstieg zu erleichtern.
  2. Hauptphase (1 bis 2 Wochen): Der Speiseplan besteht überwiegend aus basenbildenden Lebensmitteln. Täglich sollten 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Kräutertee getrunken werden. Dazu kommen tägliche Bewegung an der frischen Luft sowie zwei bis drei Basenbäder pro Woche. Bei Bedarf können Basenpulver ergänzt werden.
  3. Ausklang (2 bis 3 Tage): Säurebildende Lebensmittel werden langsam und in Maßen wieder eingeführt, sodass die Ernährung dauerhaft ausgewogen bleibt.

Als grobe Tagesstruktur haben sich bewährt: morgens ein Glas warmes Wasser, über den Tag verteilt basische Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit, nachmittags eine Bewegungseinheit und abends ein entspannendes Basenbad. Eine besonders bekannte, strukturierte Variante ist das Basenfasten, das sich gut als Einstieg eignet.

Entsäuerungs-Methoden im Überblick

MethodeWas sie bewirktAufwand
Basenreiche ErnährungGrundlage jeder Entsäuerung, senkt die Säurezufuhrmittel
Viel trinken (Wasser, Basentee)unterstützt die Ausscheidung über die Nierengering
Ausdauerbewegungfördert die Säureabgabe über die Atmungmittel
BasenbadSäureausleitung über die Haut, wirkt entspannendgering
Basenpulver / -tablettenergänzen basische Mineralstoffe gezieltgering

Übersäuerung – was tun?

Basische Ernährung

Um den Säureabbau im Körper zu unterstützen, sollte auf stark basenbildende Nahrungsmittel zurückgegriffen werden. Zu ihnen zählen zum Beispiel jegliche Art von grünem Blattgemüse und Blattsalaten, wie Mangold, Spinat und Kohl. Auch anderes Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Kürbis, Knollengemüse (Sellerie, Möhren und Rote Bete) sowie Kartoffeln unterstützen den Körper dabei, die Übersäuerung auszugleichen. Hilfreich ist auch, wenn die betroffene Person regelmäßig Molke trinkt und Algen wie Chlorella zu sich nimmt. Neben der basischen Ernährung sollten stark säurebildende Lebensmittel vermieden werden, um den ohnehin schon übersäuerten Körper nicht noch zusätzlich zu belasten. Dazu zählt vor allem eine eiweißreiche Ernährung mit Fleisch, Fisch und Wurst, Eiern und Quark. Außerdem sollte auf Industriezucker und Weißmehlprodukte sowie Alkohol, Kaffee und Nikotin verzichtet werden.

Gerade bei einer Übersäuerung des Magens können bei einer Ernährungsumstellung auf basische Lebensmittel schnell Erfolge festgestellt werden. Bei Beschwerden wie Sodbrennen und Rückfluss der Magensäure sollte sich eine Besserung bemerkbar machen [2].

Flüssigkeitszufuhr erhöhen

Überschüssige Säuren werden bei gesunder Körperfunktion u. a. von den beiden Nieren über den Urin ausgeschieden. Bei anhaltender, verminderter Nierenfunktion aufgrund von Flüssigkeitsmangel kommt es so zu einer Übersäuerung des Körpers. Deshalb sollten täglich mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee getrunken werden. Überschüssige Säuren können so vom Körper leichter abgegeben werden.

Zu beachten: Bei einer bekannten Nierenerkrankung sollte dringend mit einem Arzt über die Flüssigkeitszufuhr und die Ernährung gesprochen werden [3].

Rezeptideen für eine basische Ernährung

Bewegung und Sport treiben

Neben den Nieren ist auch die Lunge dafür verantwortlich, überschüssige Säuren abzubauen. Bei sportlichen Aktivitäten erhöht sich der Sauerstoffbedarf der Muskeln. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Atemfrequenz, also einer vermehrten Arbeit der Lungen. Durch die schnellere Atmung wird nicht nur mehr Sauerstoff aufgenommen, sondern auch Kohlenstoffdioxid ausgeatmet. Kohlenstoffdioxid ist ein saures Abbauprodukt des menschlichen Stoffwechsels.

Besonders zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Radfahren und Schwimmen, welche die Gelenke schonen [4].

Naturheilkunde und Hausmittel

Auch durch naturheilkundliche Therapiemethoden und Hausmittel kann die körpereigene Entsäuerung gut unterstützt werden.

Zum Beispiel kann Basentee getrunken werden. Zum einen wird durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr die Nierenfunktion unterstützt. Zum anderen wirken die darin enthaltenen Kräuter wie zum Beispiel Kamille als Transportmittel für saure Stoffwechselabbauprodukte des Körpers. Beispiele für Basentees sind „Weltecke: Bio-Basentee“, „Jentschura: 7×7 Kräutertee Bio“ und „Sidroga Wellness Basentee“ [5].

Mit basischen Körperpflegeprodukten können Hautirritationen, die auf eine Übersäuerung zurückzuführen sind, behandelt werden. Besonders wirkungsvoll ist dabei das Basenbad. Hier kann beispielsweise „Basenbad Sango Koralle“, „Caelo Basen-Bad“ oder „Vicopura – Basisches Mineralsalzbad“ verwendet werden [6].

Ebenso kann die Einnahme von Basentabletten oder Basenpulvern helfen. Um überschüssige Säure auszugleichen, sind besonders Präparate mit einem hohen Anteil an Natriumbikarbonat zu empfehlen. Beispiele sind „tri.balance: Basenpulver“, „Urbase II Intra Basenpulver“ oder „Basenpulver nach Dr. Auer“. Alternativ kann auf Präparate ohne Natrium zurückgegriffen werden, wie beispielsweise „Basotop Balance Basenpulver“, „Herbano: Basenpulver Balance“, oder „Dr. Jakob: Basentabletten“ [7].

Häufige Fragen zur Entsäuerung

Wie lange dauert eine Entsäuerungskur?

Üblich sind ein bis drei Wochen. Die basischen Grundprinzipien lassen sich anschließend dauerhaft in den Alltag übernehmen.

Was darf man während einer Entsäuerungskur essen?

Im Mittelpunkt stehen Gemüse, Blattsalate, Kartoffeln und reife Früchte. Fleisch, Wurst, Käse, Zucker und Weißmehl werden weitgehend gemieden.

Woran merkt man, dass die Entsäuerung wirkt?

Viele berichten von mehr Energie, besserer Verdauung und einem klareren Hautbild. Wissenschaftlich belegt ist ein solcher Effekt nicht, weshalb keine Heilwirkung versprochen werden kann.

Zu beachten

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Bei Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder bei Ernährungsumstellungen wird empfohlen, einen Arzt oder Ernährungsberater zurate zu ziehen.

Weiterführende Informationen zum Thema Tipps gegen Übersäuerung:

Quellen

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