Eine Verstopfung (Obstipation) könnte auf eine ernährungsbedingte Übersäuerung des Bindegewebes hinweisen. Da eine ernährungsbedingte Übersäuerung (auch als latente Azidose bezeichnet) nicht mit einer Senkung des pH-Wertes im Blut einhergeht, ist sie nicht mit dem klinischen Bild der Azidose (Übersäuerung des Blutes) zu verwechseln.

Ob es zu Verstopfung durch Übersäuerung kommen kann, was die biologischen Ursachen dafür sein können und wann ein Arztbesuch notwendig ist, wird im folgenden Text erklärt.

Medizinische Fakten

Medizinisch betrachtet ist eine Azidose (Übersäuerung des Blutes) eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichtes und betrifft ausschließlich den pH-Wert (Konzentration freier Wasserstoffionen) des Blutes. Liegt der pH-Wert des Blutes unter 7,36, liegt eine Azidose (Übersäuerung) vor. Der pH-Wert im Blut unterliegt geringen Schwankungen, die durch körpereigene Puffersysteme schnell ausgeglichen werden können. Die ernährungsbedingte Übersäuerung des Körpers betrifft das Gewebe außerhalb des Blutsystems, wie Knochen, Knorpel und Bindegewebe.

Erfolgt die Darmentleerung weniger als dreimal pro Woche, sprechen Mediziner von einer Verstopfung (Obstipation). Die Gründe können vielfältig sein. Eine mögliche Ursache für eine Verstopfung, die in Zusammenhang mit einer Übersäuerung des Körpers steht, ist möglicherweise die Ernährungs- und Lebensweise des Betroffenen.

Ein übermäßiger Konsum von tierischen Eiweißen, wie es in Milchprodukten, Fleisch und Fisch enthalten ist, sowie von Weißmehlprodukten scheint in Zusammenhang mit einer Übersäuerung des Körpers zu stehen. Diese Lebensmittel werden meist als säurebildend bezeichnet, da sie schwefelhaltige Proteine (Eiweiße) enthalten, die beim Abbau im Körper Säuren bilden. Die so entstandenen Säuren müssen dann vom Körper neutralisiert werden.

Ob ein direkter Zusammenhang zwischen Übersäuerung und Verstopfung (Obstipation) besteht, ist unklar. Es ist jedoch möglich, dass die Lebensweise des Betroffenen eine Verstopfung (Obstipation) begünstigt. Eine Übersäuerung entsteht im Allgemeinen durch eine ungesunde Lebensführung. Hierzu zählen besonders eine unausgewogene Ernährung, die wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffe enthält, wenig Bewegung und Stress, alles Faktoren, die auch Verstopfung hervorrufen können. Ein weiterer Faktor, der eine Verstopfung begünstigt, ist eine durch die Übersäuerung aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora (Intestinalflora).

Um optimal zu funktionieren, muss im Darm ein leicht saures Milieu herrschen. Nur in saurer Umgebung können die gesunden Darmbakterien, wie beispielsweise Milchsäurebakterien, wachsen und krankmachende Keime zurückdrängen. Eine Übersäuerung des Körpers führt häufig zu einem alkalischen Milieu im Dickdarm, da hier durch den Abbau von Proteinen (Eiweißen) stark alkalisches (basisches) Ammoniak entsteht. Ist der Organismus übersäuert, wird weniger Ammoniak neutralisiert und das Dickdarmmilieu wird alkalischer.

Behandlung

Bei einer Übersäuerung des Bindegewebes sollte auf übermäßigen Verzehr von säurebildenden Lebensmitteln, wie tierische Eiweiße und Weißmehlprodukte, verzichtet werden. Eine basenreiche Ernährung und ausreichend Bewegung unterstützt den Körper bei der Regulation des Säure-Basen-Haushalts

Zu beachten

Da die Ursachen für eine Verstopfung vielfältig sein können, ist es besonders bei länger andauernder Verstopfung dringend erforderlich, ärztlichen Rat einzuholen.

Quellen