Über Abgeschlagenheit, verspannte Muskeln, Kopfschmerzen und schlechten Schlaf klagen wir alle von Zeit zu Zeit. Häufig nehmen wir diese Symptome im stressigen Alltag nicht ernst, dabei können sie alle Anzeichen einer Übersäuerung des Körpers sein. Wie diese zustande kommt und anhand welcher Symptome Sie eine Übersäuerung erkennen und ihr entgegenwirken können, erfahren Sie hier.

Was ist eine Übersäuerung und wie entsteht sie?

Sicherlich haben Sie schon vom Säure-Basen-Haushalt gehört, wahrscheinlich auch von einer basischen Ernährung und der Gefahr einer Übersäuerung. Aber was genau bedeuten diese Begriffe eigentlich und wie hängen Sie zusammen?

Säuren und Basen gelangen über die Ernährung in den Körper und werden bei der Verdauung freigesetzt: Obst, Gemüse und Nüsse liefern reichlich Basen, wohingegen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Käse sehr säurebildend sind. Unser Organismus ist stets damit beschäftigt, seinen Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten und so für einen konstanten pH-Wert im Blut und anderen Organen zu sorgen. Das ist notwendig, damit die Stoffwechselprozesse und der Hormonhaushalt uneingeschränkt funktionieren können und wir gesund und fit bleiben. Sogenannte Puffersysteme im Körper sorgen dafür, dass überflüssige Säuren beispielsweise über den Urin oder den Schweiß ausgeschieden werden und können so einiges abfedern. Wird dieses System jedoch durch einen dauerhaften Säureüberschuss überstrapaziert und aus dem Gleichgewicht gebracht, übersäuert der Körper. Was das genau bedeutet, wird im folgenden erläutert.

Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Übersäuerung, in der Wissenschaft wird diese als Azidose bezeichnet. Bei einer akuten Azidose handelt es sich um eine Übersäuerung des Blutes, welche schnell lebensbedrohlich wird. Diese äußert sich vor allem durch extreme Atemnot, Blutdruckanstieg, akute Schwäche und Herzrasen. Doch keine Sorge, eine diese Art der Übersäuerung tritt nur sehr selten auf und macht sich durch deutliche Vorboten bemerkbar.

Wenn populärwissenschaftlich von einer Übersäuerung des Körpers gesprochen wird, meint dies in der Regel die chronisch latente Übersäuerung (CLA), die von einer unausgewogenen Ernährung begünstigt wird: Wer übermäßig viel Brot, Pasta, Fleisch und Milchprodukte isst, dabei aber frisches Obst und Gemüse vernachlässigt, riskiert einen Säureüberschuss. Wenn der Körper nämlich über zu wenig Basen verfügt, weil ein Großteil der Ernährung aus sauren Lebensmitteln besteht, kann er die überschüssigen Säuren nicht ausreichend neutralisieren – in der Folge entsteht eine Übersäuerung – und diese geht auf Kosten unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens.

Typische Symptome – daran können Sie eine Übersäuerung erkennen

Ist der Säure-Basen-Haushalt aus der Balance geraten, hat dies Folgen für die Gesundheit. Die Organe können nicht einwandfrei ihren Funktionen nachgehen und so werden beispielsweise der Hormonhaushalt oder der Nährstofftransport gestört. Auch eine Einlagerung der überschüssigen Säuren im Bindegewebe, den Gelenken oder Gefäßwänden ist möglich. Diese Säuren werden teilweise auch als „Schlacken“ bezeichnet, was aus medizinischer Sicht nicht korrekt ist. Mögliche Symptome einer Übersäuerung sind:

  • Allgemeine Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • chronische Müdigkeit
  • Gelenkbeschwerden
  • Verspannungen der Muskeln
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Appetitlosigkeit
  • Hautunreinheiten oder fahle Haut
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Sodbrennen oder Verstopfung
  • Gewichtszunahme
  • Schwaches Bindegewebe und Cellulite
  • brüchige Nägel

Es ist nicht ganz einfach, die Symptome einer Übersäuerung zuzuordnen, denn sie treten sie auch bei anderen Erkrankungen auf. Doch gerade, wenn mehrere der möglichen Symptome gepaart auftreten und über mehrere Tage oder gar Wochen anhalten, sollten Sie einen Blick auf Ihre Ernährung werfen. Ist es möglich, dass auf dem Speiseplan in letzter Zeit deutlich mehr saure als basische Lebensmittel standen? Haben Sie derzeit besonders viel Stress oder sich wenig bewegt? Nehmen Sie neue Medikamente, die die Ursache sein könnten? All das können Faktoren für eine leichte Übersäuerung des Körpers sein, gegen die Sie aktiv etwas tun können.

So kommt der übersäuerte Körper wieder ins Gleichgewicht

Um eine Übersäuerung wieder loszuwerden, kann sowohl an der Ernährung, als auch am Lebensstil geschraubt werden. Schauen wir uns zunächst den wichtigen Faktor Ernährung an: Je mehr Basen und je weniger Säuren über die Ernährung aufgenommen werden, desto einfacher ist es für den Körper, einer Übersäuerung vorzubeugen. Die Umstellung auf eine basische Ernährung passiert nicht an einem Tag, sondern ist eine langfristige Veränderung. Achten Sie darauf, dass Ihr Körper mit ausreichend Magnesium und Kalzium versorgt wird, diese stecken beispielsweise in Bananen, Kürbiskernen, Chia Samen, Brokkoli und Grünkohl. Insgesamt sollten viel Obst, Gemüse und Nüsse sowie Wasser oder ungesüßte Tees auf dem Speiseplan stehen. Schnelle Abhilfe bei Symptomen einer Übersäuerung kann beispielsweise Mineralwasser mit etwas Zitrone bieten – diese ist trotz ihres sauren Geschmacks ein idealer Basenlieferant und enthält neben Magnesium und Kalium viel Vitamin C. Eine intensivere Maßnahme gegen eine Übersäuerung ist eine Basenkur, häufig auch als Bastenfasten bezeichnet, bei der für einen Zeitraum von etwa 7-14 Tagen ausschließlich basische Lebensmittel gegessen werden. So sollen die Basenspeicher des Körpers wieder aufgefüllt und die überschüssigen Säuren abgebaut werden.

Neben der säurelastigen Ernährung zählen auch wenig Bewegung an der frischen Luft, Stress und mentale Anspannung zu den Ursachen bzw. begünstigenden Faktoren einer Übersäuerung. Versuchen Sie daher, Ihr Stresslevel im Alltag zu senken, mehr Bewegung und aktive Pausen einzubauen und genug zu Schlafen. Darüber hinaus sind spezielle Basenbäder oder Saunagänge ein beliebte Weise, die überschüssigen Säuren aus dem Körper zu schleusen.

Wenn Sie anhaltende Symptome einer Übersäuerung bei sich bemerken und all diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, klären Sie die Symptome unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab – das gilt insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen oder schweren Symptomen.

Mehr Balance im Speiseplan und im Körper

Unter einer chronischen Übersäuerung leidet der gesamte Körper, sie raubt ihm seine Energie und Vitalität. Der beste Weg, einer Übersäuerung entgegenzuwirken ist eine basenreiche Ernährung. Das Verhältnis von 80 Prozent basischer und 20 Prozent saurer Lebensmittel gilt als ideal. Jede Mahlzeit, die saure Lebensmittel enthält, sollte um noch mehr basische ergänzt werden. Ein einfaches Beispiel: Zum stark säurebildenden Steak dünsten Sie sich eine Portion Gemüse, dazu gibt’s ein paar Kartoffeln – so liefern Sie die dem Körper ausreichend Basen und das Steak kann besser verdaut werden. Das Ziel sollte stets sein, den Körper dauerhaft von einer hohen Säurelast zu befreien und ihm so zu einem besseren Gesundheitszustand zu verhelfen.