Nicht nur der Magen übersäuert durch Alkohol
Beim Abbau von Alkohol entstehen Säuren, die der Körper zusätzlich puffern muss – regelmäßiger Konsum kann daher eine ernährungsbedingte Übersäuerung begünstigen. Typische Folgen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit und Sodbrennen. Maßvoller Alkoholkonsum und eine basenreiche Ernährung helfen, die Säurelast des Körpers wieder auszugleichen.
Stress, falsche Ernährung, zu viel oder zu wenig Bewegung und schließlich auch ganz einfach das Alter – all das sind Faktoren, die zu einer Übersäuerung (medizinisch auch Azidose genannt) des Körpers führen können. Die Symptome sind meist relativ unspezifisch: Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, schlechte Stimmung, Reizbarkeit und Muskelverspannungen können etwa Anzeichen einer Übersäuerung sein.
Von einer Übersäuerung spricht der Arzt dann, wenn die pH-Werte des Körpers zu niedrig sind. Diese werden auf einer Skala von 0-14 bestimmt. Der Mittelwert von 7 gilt als neutral. Werte unter 7, wie sie etwa im Magen zur Zersetzung der Nahrung nötig sind, gelten als sauer. Werte über 7, wie etwa im Darm, gelten als basisch. Der normale pH-Wert des Blutes liegt bei 7,4. Ein Übermaß an Alkohol kann auf mehreren Ebenen zu einer Übersäuerung beitragen.
Übersäuerung durch Alkohol
Alkohol trägt auf mehreren Ebenen zur Übersäuerung bei:
- Besonders hochprozentiger Alkohol wird im Körper sauer verstoffwechselt.
- Sein Abbau verbraucht basische Mineralstoffe (Magnesium, Natrium, Kalzium, Zink); ein Mangel begünstigt die Übersäuerung zusätzlich.
- Alkohol wirkt entwässernd, wodurch weniger Säuren ausgeschieden werden und die Säurebelastung steigt.
- Er reizt die Magenschleimhaut und erhöht die Magensäure, was zu Sodbrennen, Übelkeit und saurem Aufstoßen führt.
Rezeptideen für eine basische Ernährung
Bei Übersäuerung mit Alkohol lieber sparsam umgehen
Bei einer Übersäuerung durch Alkohol gilt es vor allem, die Ursache zu beseitigen. Und das heißt: Abstinenz. Gehen Sie bei einer Übersäuerung mit Alkohol sparsam um. Dann kann sich die Magenschleimhaut erholen. Bei einem akuten Auftreten von Symptomen wie Sodbrennen oder saurem Aufstoßen können auch Säureblocker aus der Apotheke helfen. Das sind Medikamente, die überschüssige Magensäure absorbieren und dadurch schnelle Hilfe bei säurebedingten Magenbeschwerden leisten. Langfristig sollte jedoch die Ernährung nach der 80/20 Regel umgestellt werden. Sie besagt, dass 80 Prozent der verzehrten Speisen Basen bildend und nur 20 Prozent Säure bildend sein sollen.
- Basische Lebensmittel sind beispielsweise Obst, Gemüse, Tofu, Salat und Kartoffeln.
- Saure Lebensmittel sind beispielsweise Wurst, Fleisch, Käse, Weizen, Alkohol, Kaffee, Softdrinks und Zucker.
Übersäuerung und Alkohol – das sind die Folgen
Nicht nur der Magen übersäuert durch Alkohol. Auf Dauer ist der ganze Körper von einer Übersäuerung mit Alkohol betroffen. Durch den hohen Verbrauch an Mineralstoffen greift der Körper schließlich auf die Mineralstoffdepots in den Knochen zurück. Dadurch kann eine Osteoporose entstehen. Die ständige Reizung der Magenschleimhaut kann zu einer Magenschleimhautentzündung führen. Dadurch steigt das Risiko, ein Magengeschwür zu entwickeln, stark an. Auch die Speiseröhre und der Dünndarm können durch die dauerhafte Säurebelastung nachhaltig geschädigt werden.


