Mindestens 15 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen einmal jährlich wegen rheumatischer Beschwerden einen Arzt auf, schätzt die Deutsche Rheuma-Liga. Die Patienten erhoffen sich Rat und Hilfe, auch bei unterstützenden Maßnahmen wie einer Ernährungsumstellung oder alternative Therapien.

Warum verschlimmert eine latente Azidose Rheuma?

  • Muskeln und Gelenke von Rheumapatienten sind saurer als bei Gesunden.
  • Die Grundlage der schmerzleitenden Stoffe (Prostaglandine) sind Säuren (Arachidonsäure).

Bereits Hippokrates (460-377 v. Chr.) beschrieb den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gelenkerkrankungen. Der Name Rheuma kommt aus dem Griechischen, bedeutet fließen oder strömen – und bezeichnet entsprechende Beschwerden am Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen. Die Wortendung „-itis“ – etwa in „rheumatoide Arthritis“ – steht für eine Entzündung: Rheuma ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke oder Muskeln. Viele Faktoren sprechen dafür, dass Rheumapatienten auch von einer chronisch latenten Azidose betroffen sind.

Man unterscheidet:

  • chronisch-entzündliche Formen
    • chronische Polyarthritis
    • Morbus Bechterew
    • rheumatisches Fieber
  • degenerative Formen
    • Arthrose
    • Verschleißrheumatismus
  • Weichteilrheumatismus / Fibromyalgie

Rheuma und pH-Wert

Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Rheumatikern die Flüssigkeit im Gelenkspalt deutlich saurer ist als bei Gesunden. Der pH-Wert in normalen Gelenken beträgt 7,64 bis 7,31, bei Osteoarthrosen liegt der pH-Wert bei 7,54 bis 7,25, bei rheumatoiden Gelenkerkrankungen bei 7,41 bis 6,85 (Thomas, 1998). Da die Säure Schmerzrezeptoren anregt und somit Schmerzen auslösen kann, steigt mit der Säurebelastung die Schmerzempfindung in den Gelenken an. Durch die tägliche Einnahme eines Basenpräparates können Gelenkbeschwerden bei rheumatoider Arthritis verringert werden, wie  eine wissenschaftliche Studie von Czeus et al. bestätigt: Während der täglichen Einnahme des Basenpräparats auf Basis organischer Citratverbindungen über 12 Wochen nahm die Schmerzintensität der Probanden gegenüber der Kontrollgruppe deutlich ab. Der Erkrankungsaktivitätsindex nahm unter der Baseneinnahme signifikant ab, der Schmerzmittelverbrauch konnte reduziert werden. Generell führte die Gabe von Basen mit Citratverbindungen zu einer Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Patienten.

Das Krankheitsbild der latenten Azidose zeigt auffallend viele Symptomähnlichkeiten mit Erkrankungen des rheumatischen oder neurologischen Formenkreises. Dazu gehören:

  • das chronische Müdigkeitssyndrom,
  • depressive Verstimmung,
  • viszerale Hyperalgie,
  • Fibromyalgie sowie
  • Entzündungsreaktionen.

Rheumadiät ist säurearm

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung haben Untersuchungen gezeigt, dass sich entzündliche rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis durch eine gezielte Ernährungsumstellung lindern lassen. Viel Gemüse und Obst, täglich Milch (-produkte), zweimal wöchentlich Fisch, sehr wenig Fleisch und Wurst: Das ist die ökotrophologische Kurzformel gegen Rheuma. Oder noch kürzer: viel basenbildende Nahrung.

Außerdem sollte die Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren sein. Fischöle und Soja-, Raps-, Walnuss- und Leinöl enthalten besonders viele dieser Fettsäuren. Besonders Makrele, Lachs und Hering sind gute Omega-3-Fettsäure-Lieferanten. Da Bewegung bei Rheumatikern oft mit Schmerz verbunden ist, leiden viele Betroffene auch unter Übergewicht. Dieses sollte schonend reduziert werden, um die Gelenke zu entlasten.

Literatur

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