Mundgeruch ist sowohl für den Betroffenen selbst als auch für die Menschen in seinem Umfeld eine ziemlich unangenehme Angelegenheit. Entsteht das leidige Übel nur ausnahmsweise, zum Beispiel nach einem knoblauchhaltigen Essen, sehen die meisten darüber hinweg. Chronischer Übersäuerungs-Mundgeruch kann einen Menschen indes schnell ins soziale Abseits befördern. Das muss jedoch nicht sein. Die Ursache für den schlechten Atem ist zumeist problemlos zu finden und lässt sich mit einer entsprechenden Behandlung oftmals rasch beseitigen.

Ursachen der Übersäuerung

Für Übersäuerung und Mundgeruch kommen zahlreiche Auslöser infrage. Zu den häufigsten gehören Zahnfleischentzündungen und kariöse Zähne. Zu den weiteren Ursachen zählen:

  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Nahrungsunverträglichkeiten
  • verminderter Speichelfluss
  • Probleme im Verdauungssystem

Bei falscher Lebensweise kann der Mundgeruch auch durch Übersäuerung des Körpers, auch Azidose genannt, entstehen. Von Übersäuerung ist die Rede, wenn der Säure-Basen-Haushalt im Ungleichgewicht ist und ein Säureüberschuss besteht. Dies ist der Fall, sobald der pH-Wert im Blut weniger als 7,35 beträgt. Unter Azidose leiden etwa 80 Prozent aller Menschen in den Industrieländern. Fast alle Alters- und Zivilisationskrankheiten werden einer Übersäuerung zugeschrieben, die sich über Jahrzehnte aufbaut, ohne dass nennenswerte Symptome spürbar sind. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, an dem das Zuviel an Säure an allgemeinem Unwohlsein, anhaltender Müdigkeit, Sodbrennen oder häufigen Kopfschmerzen erkennbar wird. Für die Azidose und den damit einhergehenden Übersäuerungs-Mundgeruch durch Übersäuerung können mehrere Gründe ursächlich sein. Darunter fallen beispielsweise ungesunde Lebensmittel, mangelnde Bewegung an der frischen Luft, zu viel Sport, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Stress, Einnahme von Medikamenten, Umweltgifte und Elektrosmog.

Behandlung des Übersäuerungs-Mundgeruch

Um den Mundgeruch durch Übersäuerung dauerhaft zu stoppen, ist die Beseitigung der Ursache, also des Säureüberschusses erforderlich. Die erste und wichtigste Maßnahme hierbei ist eine Ernährungsumstellung. Eine basenüberschüssige Nahrung allein genügt jedoch nicht, um den Organismus von den eingelagerten Schlacken zu befreien. Daher ist es außerdem nötig:

  1. viel zu trinken
  2. sich viel zu bewegen
  3. Stress zu vermeiden
  4. die Säureausscheidung anzuregen
  5. die Aufnahme von Schadstoffen über die Haut zu vermeiden
  6. so gut als möglich auf Medikamente zu verzichten

Zumindest vorübergehend helfen auch Hausmittel wie schwarzer Tee oder das Kauen frischer Kräuter wie Salbei, Pfefferminz oder Petersilie. Einen ähnlichen Effekt bei Übersäuerungs-Mundgeruch haben Wacholderbeeren, Ingwer, Fenchelsamen oder Kaffeebohnen.

Medizinische Risiken und Folgen

Eine Azidose ruft nicht nur Übersäuerungs-Mundgeruch gegen Übersäuerung hervor. Die Muskeln, Sehnen, Knochen und Zähne leiden ebenso darunter wie die inneren Organe. Die Knochen entkalken und werden brüchig und der Herzschlag ist weniger kräftig. Die Nähr- und Sauerstoffversorgung des Körpers wird beeinträchtigt. Der Kaliumspiegel im Blut steigt an und die Muskulatur wird abgebaut. Die Übersäuerung zieht zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden nach sich, die sich nicht ohne Weiteres mit dem Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt in Verbindung bringen lassen. So können neben dem Mundgeruch durch Übersäuerung auch Durchblutungsstörungen, Magenbeschwerden, Stoffwechselerkrankungen, Gicht, rheumatische Erkrankungen oder Störungen des vegetativen Nervensystems Folgen eines Säureüberschusses sein. Daher sollte dieser so bald wie möglich behandelt werden.