Wenn Ihr Körper sprechen könnte – eines würde er vermutlich häufig sagen: „Ich bin sauer!“ Aber keine Angst: Ist der Organismus gesund, gibt es normalerweise keinen Anlass zur Sorge. Puffersysteme sorgen nämlich dafür, dass überschüssige Säure ständig neutralisiert wird und die Säure-Basen-Bilanz im Gleichgewicht bleibt. Für alle erdenklichen Körpereigenschaften gibt es Messwerte. Die Größe wird in cm, das Gewicht in kg und der Säurewert in pH angegeben.

Auf einen Blick

  • Der Körper verfügt über ein ausgeklügeltes Puffersystem, das den Säuren-Basen-Haushalt reguliert. Dabei spielen die Nieren, die Lunge, das Blut und die Leber eine herausragende Rolle. Ist eines oder mehrere Organe gestört, kann es zu einer chronisch latenten Azidose kommen.

Die Abkürzung „pH“ steht für Potentio Hydrogenii. Übersetzt heißt dies: „die Kraft des Wasserstoffs“. Wasserstoffteilchen werden auch als H+-Ionen bezeichnet. Je mehr dieser Teilchen in einer Lösung vorhanden sind, desto saurer ist sie. Die pH-Mess-Skala reicht von 0 bis 14.

Ein pH-Wert von 7 wird als neutral bezeichnet. Das bedeutet, der Anteil der Säuren und der Basen ist gleich groß.

  • Ein pH-Wert von 0 bis 6,9 ist sauer. Je kleiner die Zahl, desto saurer ist die Lösung
  • Ein pH-Wert von 7,0 ist neutral
  • Ein Wert von 7,1 bis 14 wird als basisch bezeichnet. Je höher die Zahl, desto basischer ist die Lösung

Ein gesunder Organismus ist in der Lage, die Säure-Basen-Balance mithilfe von Puffern aufrechtzuerhalten. Der pH-Normbereich im Blut liegt beispielsweise zwischen pH 7,35 und 7,45. Eine Abweichung über oder unter diesem Bereich führt zu einer akuten Azidose oder Alkalose. Daher wird der pH-Wert innerhalb dieser engen Grenzen durch körpereigene Regulationssysteme immer konstant gehalten. Dagegen ist eine leichte Verschiebung innerhalb dieses Normbereichs zum Sauren die chronische Azidose. Da es innerhalb des Normbereichs liegt und somit nicht offensichtlich ist, spricht man auch von der „versteckten“ Azidose.

Blut, Niere und Lunge regulieren den Säure-Basen-Haushalt

Bis zu einem gewissen Grad können körpereigene Puffersysteme die Wasserstoff-Ionen aufnehmen oder freisetzen und damit eine Verschiebung des pH-Wertes verhindern.

Die Puffersysteme des Körpers im Überblick:

  • Im Blut: Der Bicarbonat-Puffer – der größte Puffer im Körper stabilisiert den pH-Wert
  • In der Lunge: Ausatmung von Kohlendioxid (pulmonale Regulation)
  • In der Niere: Ausscheidung von H+-Ionen (renale Regulation)
  • In der Leber: Glucoseneubildung und damit Abbau von Laktat
  • Im Skelettmuskel: Abbau von Laktat
  • Im Knochen: Basische Calciumsalze als Gerüstsubstanz

Beim gesunden Erwachsenen ist die Kapazität dieser Systeme so groß, dass der Säure-Basen-Haushalt auch bei einseitiger Ernährung im Gleichgewicht bleibt – bis die Pufferkapazitäten erschöpft sind. Der Bicarbonat-Puffer im Blut hat mit rund 52 Prozent Pufferkapazität die größte Bedeutung, gefolgt vom Hämoglobin-Puffer mit etwa 31 Prozent und dem Proteinat-Puffer mit circa 15 Prozent.

Literatur:

  1. Arnett TR, Spowage M. Modulation of the resorptive activity of rat osteoclasts by small changes in extracellular pH near the physiological range. Bone 1996; 18: 3 277-279
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  4. New SA. Nutrition Society Medal lecture. The role of the skeleton in acid-base homeostasis. Proc. Nutr. Soc. 2002; 61: 2 151-164
  5. Sebastian A, Frassetto LA, Merriam RL, Sellmeyer DE, Morris RC. An evolutionary perspective on the acid-base effects of diet. In: Acid-Base Disorders and Their Treatment. Gennari FJ, Adrogué HJ, Galla JH, Madias NE (eds.) Taylor & Francis Group 2005. 241–292.
  6. Tucker KL. et al. The acid-base hypothesis: diet and bone in the Framingham Osteoporosis Study. Eur. J. Nutr. 2001; 40: 5 231-237
  7. Worlitschek, M.: Praxis des Säuren-Basen-Haushalts: Grundlagen und Therapie, Haug-Verlag 2008