Eine chronisch latente Azidose (CLA) ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sie ist aber auch kein Symptom. Vielmehr ist sie eine Funktionsstörung hinter einer Erkrankung. Doch woran erkennt man, dass man „übersäuert“ ist?

Symptome einer chronisch latenten Azidose

Typische Symptome einer chronisch latenten Übersäuerung gibt es nicht. Jeder Betroffene hat seine typische „Schwachstelle“. Allgemeine Hinweise auf eine Säuren-Basen-Dysbalance können sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Verminderte Stressresistenz
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Haar- und Nagelveränderungen

Urintests nicht sinnvoll

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Einen Säurenüberschuss per Urintest bestimmen? Klingt praktisch, klappt aber nicht. Eine chronisch latente Azidose ist ein Mangel an säurepuffernden Substanzen, der zu einer latenten Übersäuerung des Gewebes und des Zellinneren führt. Mit einem Urintest wird lediglich der pH-Wert im Urin gemessen. Dieser momentane Messwert sagt nichts über die Pufferkapazität des Körpers aus. Lediglich eine komplexere Messung zu unterschiedlichen Zeiten oder andere Messverfahren mit Blut sind aussagekräftig. Lesen Sie hierzu mehr im Kapitel Sinn und Unsinn von Urintests.

Körperliche Störungen, die im Rahmen einer CLA auftreten können:

Organ Auswirkung
Knochen Die Knochen werden entmineralisiert, was besonders im Alter die Entstehung von Osteoporose begünstigen kann.
Muskeln und Gelenke Das Bindegewebe verliert an Elastizität, was sich in Muskel- und Gelenkbeschwerden äußern kann.
Haut Die Haut kann ihre Festigkeit verlieren und zu Cellulite neigen.
Haare Das Haar kann ausfallen, glanzlos und brüchig werden.
Nägel Die Nägel können brüchig werden.
Gehirn Die Konzentration kann leiden, es kann zu Stimmungsschwankungen und Antriebsschwäche kommen.

 

Literatur

  1. Androgue HJ, Wesson DE: Concepts in acid-base metabolism. In: Narins RG, ed.: Clinical disorders of fluid and lectrolyte metabolism (5th ed.). New York: McGraw-Hill 1994: 1–48.
  2. Arromdee E et al. Epidemiology of gout: is the incidence rising? J Rheumatol (2002); 29: 2403–2406
  3. Bastigkeit, M.: Mikronährstoffe sinnvoll kombinieren, Maudrich Verlag 2013
  4. Obermayr RP, Temml C, Gutjahr G, Knechtelsdorfer M, Oberbauer R, Klauser-Braun R. Elevated uric acid increases the risk for kidney disease. J Am Soc Nephrol (2008); 19: 2407
  5. Remer T. Influence of nutrition on acid-base balance: metabolic aspects. Eur J Nutr 2001; 40:214–220.
  6. Schaefer, Roland M.: Störungen des Säure-Basen-Haushalts: Rationale Diagnostik und ökonomische Therapie , Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 26 vom 01.07.2005