Immer öfter liest und hört man von Übersäuerung. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es uns Menschen in der heutigen Zeit immer schwerer fällt, auf eine Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht zu achten. Auslöser sind vor allem „weiße“ und industriell gefertigte Süßigkeiten, Weizenprodukte und Gebäck. Alkohol-, Kaffee- und Fleischkonsum nehmen ebenfalls einen hohen Stellenwert neben Wurst und Käse ein. Aber auch Stress und Medikamente können Übersäuerungsreaktionen auslösen [1]. Um die vielen Säuren neutralisieren zu können, benötigt der Körper eine Reserve an Basen. In diesem Artikel geht es darum, wie der Körper durch Schüssler-Salze – und vor allem durch welche – in seinem Entsäuerungsprozess unterstützt werden kann. Außerdem werden Tipps gegeben, mit welchen Maßnahmen der Körper zusätzlich zur Einnahme von Schüssler-Salzen unterstützt werden kann.

Welche Schüssler-Salze sind geeignet?

Dem Neutralisieren von Säuren kommt eine große Bedeutung zu. Die Schüssler-Salze Nr. 9 (Natrium phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) können beide negative Säurefaktoren neutralisieren. Daher empfiehlt es sich, zum Einstieg in eine Selbstbehandlung – vor allem bei Unsicherheit, welche Salze die richtigen sind – auf jeden Fall diese beiden Mittel zu verwenden. Die Entsäuerungskur mit diesen beiden Salzen sollte über mindestens 8–12 Wochen erfolgen. Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt oder der Körper über lange Zeit stark übersäuert gewesen, kann die Behandlungszeit auf 6 Monate ausgedehnt werden.

Wie werden diese Schüssler-Salze eingenommen? Grundsätzlich werden 10 Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Am Abend wird Nr. 9 eingesetzt und am Morgen durch die Einnahme von Nr. 10 ergänzt. Am Morgen sollten die Schüssler-Salze auf nüchternen Magen, also direkt nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück, eingenommen werden.

Häufig wird bereits nach wenigen Tagen von positiven Veränderungen im Körper berichtet. Es ist jedoch wichtig, die Säure-Basen-Balance langfristig aufrechtzuerhalten, auch wenn die Symptome schon früher verschwunden sind. Veränderungen im Essverhalten sind ein eindeutiges Zeichen, dass der Körper positiv auf die Behandlung reagiert. Dies kann sich zum Beispiel in einem reduzierten Süßigkeitenkonsum oder dem Bedürfnis nach einer gesünderen Ernährung zeigen.

Bei den Schüssler-Salzen werden Funktionsmittel und Ergänzungsmittel unterschieden. Gegen die Übersäuerung eignen sich die Funktionsmittel Nr. 9 und 10, wie oben erklärt. Ergänzungsmittel sollten die Funktionsmittel unterstützen. Wenn der Erfolg der Funktionsmittel nicht ausreicht, haben Ergänzungsmittel ihre Berechtigung und erhöhen die Chance auf ein besseres Ergebnis. Es sollte zuerst das Potenzial der Funktionsmittel vollkommen ausgeschöpft, also die Behandlungsdauer und Einnahmevorschriften eingehalten werden. Von den Ergänzungsmitteln eignet sich Nr. 4, um den Entsäuerungsprozess des Körpers zu unterstützen:

Nr. 17 (Manganum sulfuricum): vor allem Einsatz bei Allergien, Diabetes

Nr. 21 (Zincum chloratum): vor allem bei gleichzeitig vorhandenen Schlafstörungen und Unruhe

Nr. 22 (Calcium carboncium): bei Hauterkrankungen, Asthma und Erschöpfung

Nr. 23 (Natrium bicarbonicum): vor allem bei Akne, Cellulite und Diabetes hilfreich [1]

Tipps zur bestmöglichsten Entsäuerung neben der Verwendung von Schüssler-Salzen

Entscheidet sich der Betroffene für die Behandlung mit Schüssler-Salzen, sollte auf die richtige Einnahme geachtet werden.

Schüssler-Salze wirken am besten im Rahmen einer hauptsächlich basenorientierten Ernährung für eine gesunde Säure-Basen-Balance. Dafür empfiehlt es sich, vor allem basenspendende Lebensmittel wie viel Gemüse, Salate, Kräuter, Gemüse, Kartoffeln, reifes Obst, Keime und Sprossen zu essen. Essen nach dem Ampel-Prinzip kann dies etwas erleichtern: Es sollte darauf geachtet werden, dass die Farben rot, grün, gelb bei jedem Essen vertreten sind [2].

Es sollte ausreichend Wasser getrunken werden, um den Körper durch die Ausscheidung von Säuren nicht unnötig zu belasten.

Bewegung und Sport können ebenfalls eine bestmögliche Entgiftung unterstützen.

Meditation und Yoga sind geeignet, um Körper und Geist Entspannung zu gönnen und die Stresshormone, die den Entsäuerungsprozess verlangsamen können, etwas zu reduzieren. Es sollte insgesamt auf eine ausgeglichene psychische Verfassung geachtet werden.

Basenmischungen können den Körper unterstützen. Sie sind jedoch nicht als Ersatz einer basenspendenden Ernährung anzusehen [3].

Teemischungen aus Löwenzahn, Brennnesseln und Lindenblüten wirken über Haut, Leber und Nieren entgiftend. Grüner Tee hat ebenso eine basische Wirkung und neutralisiert somit Säuren [4].

Genussmittel sollten stark reduziert werden. Bohnenkaffee ist besonders stark säurebildend, ebenso wie schwarzer Tee. Dieser bildet allerdings deutlich weniger Säure, wenn er mehr als fünf Minuten ziehen kann. Alle alkoholischen Getränke verschlechtern die Basenbilanz erheblich [3].

 

All diese Methoden verhelfen zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt des Körpers, was essenziell für die Erhaltung der Gesundheit und die Vorbeugung von Krankheiten ist.

Quellen

  • [1] Karoline Dichtl: Schüssler-Salze und Homöopathie erfolgreich kombinieren. Georg Thieme Verlag, 2011.
  • [2] Doris Wroblewski: Basische Kost: Gesundheit aus der Küche der Natur. Books on Demand, 2012, S. 180–182.
  • [3] Hannelore Fischer-Reska: Entsäuerungs-Revolution: Endlich richtig entgiften! Die 12-Wochen-Kur für zu Hause. Südwest Verlag, 2014.
  • [4] Ingrid Pfendtner: Grüner Tee – Zubereitung, Heilwirkung, Rezepte. Open Publishing Rights GmbH, 2015.