Immer wieder wird empfohlen, auf eine Säure-Basen-Balance zu achten. Den meisten Effekt macht hierbei die Ernährung aus. Aber bei den vielen verschiedenen Lebensmitteln kann es schnell passieren, dass der Überblick verloren geht, welche Nahrungsmittel im Körper basenbildend oder säurebildend agieren. Denn genau das ist der Grund, ob ein Lebensmittel sauer oder basisch ist. Der Säureüberschuss in der Ernährung kann zu krankhaften Prozessen im Körper beitragen und viele Funktionen beeinträchtigen. Ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis ist für die Erhaltung der Gesundheit und die Vorbeugung von Krankheit von großer Bedeutung.

Was genau dieses Säure-Basen-Gleichgewicht ausmacht, welche Lebensmittel vorrangig gegessen werden sollten und welche Tipps es gibt, die Säure-Basen-Balance aufrechtzuerhalten, wird in diesem Artikel erläutert.

Welche Lebensmittel sind geeignet?

Der Begriff „basische Lebensmittel“ bzw. „saure Lebensmittel“ meint nicht den von der Chemie bekannten pH-Wert, sondern, ob ein bestimmtes Lebensmittel im Körper Säuren oder Basen bei seiner Verstoffwechslung bildet. Dies hat mit dem Geschmack, der an einem Nahrungsmittel wahrgenommen wird, nichts zu tun. Eine Zitrone zum Beispiel schmeckt sauer, bildet bei der Verstoffwechslung im Körper aber Basen und zählt somit zu den basenbildenen Lebensmittel. Währenddessen Cola süß schmeckt, aber im Körper sauer reagiert [1].

Ob ein Nahrungsmittel Säuren oder Basen bildet, hängt auch von den Anbaubedingungen, der Bodenqualität, dem Erntezeitpunkt und der Lagerung ab. Werden Früchte am Baum oder Strauch reif geerntet, sind sie von hoher Basenqualität. Unreife Früchte hingegen sind sauer [2].

Auf dem täglichen Speiseplan sollten etwa 80 % basische und nur 20 % saure Lebensmittel stehen. Denn der Körper braucht eine Reserve an Basen, um die Säuren abzupuffern. Basen können nur über die Ernährung zugeführt werden, denn der Körper hat keine Möglichkeiten, sie selbst zu bilden. Nachfolgend ist eine Liste an Nahrungsmittel, die basisch sind und zu einem gesunden Säure- Basen-Gleichgewicht des Körpers verhelfen.

Stark basische Lebensmittel:

Gemüse: Karotten, Topinambur, Petersilienwurzel, Pastinaken, Sellerie, Fenchel, Weißkohl, Wirsing, Mangold, Blumenkohl, Grünkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Spinat, Rote Bete, Auberginen, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Radieschen, Rettich, Artischocke, Meerrettich

Salat: Salat mit Bitterstoffen wie Radicchio, Chicorée, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Rucola

Kräuter und Gewürze: Petersilie, Dill, Schnittlauch, Lorbeer, Majoran, Estragon, Thymian, Oregano, Basilikum, Bärlauch, Brunnenkresse, frische Sprossen, Wildkräuter, Ingwer, Nelken, Muskatnuss, Kurkuma, Chili, Galgant, Vanille, Zimt

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Pellkartoffeln, Bircher-Kartoffeln, Salzkartoffeln, grüne Bohnen

Obst: frisches reifes Obst wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Brombeeren, Ananas, Aprikosen, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Sanddorn, Trauben, Datteln, Feigen

Sojaprodukte: Sojamehl, Sojabrot, Sojabohnen

Süßes und Nüsse: Rosinen, Maronen, Melasse (Zuckersirup), Mandeln, Mandelmus, Haselnüsse, Sesam

Getränke: Tee, zum Beispiel Fenchel, Kümmel, Anis, Lindenblüten, Schafgarbe, Salbei, Melisse, Pfefferminze; frische Gemüse- und Obstsäfte wie Möhrensaft, Tomatensaft, Apfelsaft, Brombeersaft, Himbeersaft, Mineralwasser mit Hydrogencarbonat, Heimwässer mit hohem Anteil an Kalzium [2]

Schwach basische oder neutrale Lebensmittel:

Gemüse: Brokkoli, Spargel, Zwiebeln, Oliven, Lauch, Paprikaschoten, Pilze, Schwarzwurzeln, Gurken

Salat: Eisbergsalat

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Bratkartoffeln (in Öl gebraten), weiße Bohnen, Erbsen

Obst: Heidelbeeren, Wassermelonen, Zitronen, Limonen, Orangen, Grapefruit

Milchprodukte, Sojaprodukte: Molke, Kefir, Buttermilch, Naturjoghurt, Frischkäse, Butter, Tofu, Sojamilch

Süßes: selbst gemachte Früchtemarmelade, Honig, Früchteeis (selbst gemacht)

Getreide, Koch- und Backzutaten, Öle, Essig: Hirsemehl, Buchweizenmehl, Agar-Agar, Leinöl, Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Apfelessig, Balsamico

Getränke: grüner Tee, Kräutertee, Früchtetee (selbst gemischt), Kirschsaft, Ananassaft, Grapefruitsaft, Orangensaft, stilles Wasser, Kakao, Pils, Wein (trocken) [2]

Wissenswertes und Tipps rund um die Säure-Basen-Balance im Körper

Durch die heutige Lebensweise fällt es den Menschen schwer, die Säure-Basen-Balance im Gleichgewicht zu halten. Dies passiert durch chronischen Stress, Belastungen, aber vor allem durch die säureüberschüssige Ernährung. Die Folgen von Übersäuerung sind vielfältig und können von Müdigkeit und Konzentrationsstörungen über Hauterkrankungen bis hin zu schweren chronischen Erkrankungen führen. Ernährt man sich aber vorrangig mit basenbildenden Lebensmitteln, können viele dieser bereits stattgefundenen Auswirkungen von Säuren wieder rückgängig gemacht werden. Daher empfiehlt es sich, besonders basenreich zu essen. Zudem gibt es Basenmischungen, die dem Körper helfen können, wieder eine gesunde Balance zu bilden. Sie können aber eine basenreiche Ernährung nicht ersetzen [4]. Des Weiteren stehen Teemischungen, wie zum Beispiel aus Löwenzahn, Brennnesseln und Lindenblüten, die die Entgiftung über die Leber, Nieren und Haut anregen, zur Verfügung. Aber auch grüner Tee wirkt basisch und neutralisiert Säuren [3].

 

Wenn einem „etwas auf den Magen schlägt“, ist in vielen Fällen auch wirklich der Verdauungsapparat betroffen. Ängste, Wut, Sorgen, Verzweiflung und negative Gedanken bleiben nicht ohne körperliche Auswirkungen. Der Verdauungsapparat besitzt ein Nervensystem, von dem Verbindungen zum Gehirn bestehen. Dies ist lebensnotwendig für die Körperfunktionen. Dieses Nervensystem ist nicht willentlich steuerbar: Bei Angst beispielsweise wird durch Ausschüttung von Stresshormonen eine Reduzierung der Verdauungsprozesse bewirkt, um kurzfristig Energie für Gefahrensituationen bereitzustellen. Dies führt zu einer Übersäuerung. Da die Übersäuerung aber selbst wieder negativ auf den Teil des Nervensystems wirkt, der für Alarmbereitschaft und Erregung zuständig ist, ist dies ein ewiger Teufelskreis. Es empfiehlt sich daher, auch auf die psychische Verfassung zu achten und für ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis für genügend Entspannung im Alltag zu sorgen.

Quellen

  • [1] Herbert Brandstetter: Übersäuerung: Ihr Weg zu einem ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt. Books on Demand, 2014.
  • [2] Maria Lohmann: Der Basen-Doktor: Basische Ernährung: gezielte Hilfe bei den häufigsten Beschwerden. Thieme Verlag, 2013.
  • [3] Ingrid Pfendtner: Grüner Tee – Zubereitung, Heilwirkung, Rezepte. Open Publishing Rights, 2015.
  • [4] Hannelore Fischer-Reska: Entsäuerungs-Revolution: Endlich richtig entgiften! Die 12-Wochen-Kur für zu Hause. Südwest Verlag, 2014.