Der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers bildet eine wichtige Grundlage für dessen Gesundheit und tägliches Wohlbefinden. Steht der Säure-Basen-Haushalt im Ungleichgewicht, kommt es entweder zu einer Übersäuerung (Azidose) oder einer Alkalose mit dem vermehrten Vorliegen von Basen. In welchem Zustand sich der Körper befindet, gibt der pH-Wert des Blutes an. Ein pH-Wert zwischen 7,37 und 7,45 wird als neutral bezeichnet, Werte darunter als Azidose und Werte darüber als Alkalose [1].

Störungen des Säure-Basen-Haushaltes können sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen: So können Erschöpfungszustände, allgemeines Unwohlsein, Muskelschmerzen, Cellulitis, Gicht u. a. auftreten [2][3].

Behandlungsmethoden

Für ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes gibt es verschiedene Ursachen: ballaststoffarme Ernährung, hastiges Essen, zu wenig Bewegung, Stress, Alkohol und andere säuernde Lebensmittel, aber auch schwerwiegende Erkrankungen wie Nierenversagen [1][2].

Um eine gute Balance zwischen Säuren und Basen zu erreichen, ist das Einhalten verschiedener Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen wie z. B. der Ernährung und Lebensführung wichtig.

Für den Ausgleich einer Azidose kann die Umstellung auf den vermehrten Verzehr basischer Nahrungsmittel hilfreich sein. Im Rahmen einer gesunden Ernährung sollten 80 % der zugeführten Nahrungsmittel basenbildend und 20 % säurebildend sein [3]. Eine basische Ernährung besteht aus viel Obst, Gemüse und Salat [2]. Kartoffeln, Sojaprodukte, verschiedene Teesorten wie Pfefferminze, Fenchel und Kümmel sowie frische Obst- und Gemüsesäfte (Möhren-, Tomaten-, Apfelsaft) wirken ebenfalls basenbildend.

Bei der Verdauung tierischer Eiweiße und Kohlenhydrate kommt es häufig zu einer starken Säurebildung, weshalb diese Nahrungsmittel eher in geringen Mengen aufgenommen werden sollten. Stark säurebildende Nahrungsmittel sind z. B. Schmelzkäse, Gemüse aus Konserven, Pommes frites, Weißmehl, Schinken und kohlensäurehaltige Getränke (z. B. Cola). Pflanzliche Öle sind säureneutral und können bei der Zubereitung von Speisen problemlos verwendet werden. Süßstoffe in Mahlzeiten und Getränken sollten vermieden werden [4].

Auf saure Nahrungsmittel kann jedoch nicht vollständig verzichtet werden. Fleisch, Fisch und Getreide gehören trotz ihrer säurebildenden Eigenschaften zu einer ausgewogenen Ernährung dazu [4].

Bei der Verbesserung des Säure-Basen-Haushaltes spielen nicht nur die Nahrungsmittel eine wichtige Rolle, sondern auch das allgemeine Essverhalten. Es wird dazu geraten, langsam statt hastig zu essen und gründlich zu kauen. Abends sollten vor allem leichte Mahlzeiten verzehrt werden. Diese Maßnahmen führen dazu, dass die aufgenommene Nahrung besser verdaut wird und einer Übersäuerung im Magen mit begleitendem Sodbrennen entgegengewirkt wird. Außerdem können Pausen (vier bis fünf Stunden) zwischen den einzelnen Mahlzeiten sinnvoll sein [4].

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von zwei bis drei Litern Wasser oder Tee pro Tag wird ebenfalls empfohlen. Auf Alkohol sollte möglichst verzichtet werden [3].

Wie bei vielen anderen Beschwerden und Erkrankungen des menschlichen Körpers kann das Einstellen des Rauchens auch hier wirksam sein [3].

Daneben spielt eine ausgeglichene Lebensweise bei der Regulation des Säure-Basen-Haushalts ebenfalls eine Rolle. Andauernder körperlicher und seelischer Stress sollte vermieden und stattdessen aktive Entspannungsverfahren durchgeführt werden [2]. Wohltuend sind ausreichende Bewegung, frische Luft und ein erholsamer Schlaf [3]. Die Abwehrkräfte können durch Saunabesuche, Akupunktur, Reflexzonenmassage, warme Bädern und Wechselduschen (Kalt-Warm-Reize) gestärkt werden [2][3].

Der Mensch muss als Ganzes betrachtet werden, um einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu gewährleisten.

Zu beachten

Ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt kann auch im Rahmen von Erkrankungen auftreten. Verbessern sich durch die oben angegeben Maßnahmen die Symptome nicht, sollte ein Arzt zur genauen Untersuchung und Behandlung konsultiert werden, damit keine Erkrankung übersehen wird.

Bei akuten Veränderungen wie Desorientiertheit, Bewusstseinsverlust oder starken Atembeschwerden sollte ebenfalls dringend ein Arzt hinzugezogen werden. Azidosen und Alkalosen können bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Nierenversagen, schwerem Erbrechen und Durchfällen auftreten. Diese ursächlichen Erkrankungen müssen umgehend behandelt werden. Hierbei können u. a. Bikarbonatinfusionen und Atemhilfen zum Einsatz kommen [1].

Quellen

  • [1] Gerd Herold et al.: Innere Medizin. Gerd Herold Verlag, 2014, S. 590–592.
  • [2] Eva-Maria Kraske: Säure-Basen-Balance für Körper & Seele. Gräfe und Unzer, 2006, S. 34–38, S. 20, S. 62, S. 45.
  • [3] „Die Ernährung für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt“, www.ganzimmun.de/seiten/download_file.php?download_id=552, 12.01.2016
  • [4] Maria Lohmann: Der Basen-Doktor: Basische Ernährung: gezielte Hilfe bei den häufigsten Beschwerden. Georg Thieme Verlag, 2013, S. 20–22.