Basenbad – hilft das wirklich?

Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein heißes Bad oft eine entspannende Wohltat. So sollen Erkältungsbäder bei grippalen Infekten die Genesung fördern. Zur Unterstützung einer Entsäuerung werden Basenbäder angeboten. Doch helfen Letztere wirklich?
Basenbad

Wie wirkt ein Basenbad?

Ein Basenbad ist ein Vollbad mit basischen Zusätzen (pH ~8,5), das die Haut beim Ausscheiden von Säuren unterstützen soll. Anwender berichten von gepflegter Haut und Entspannung; eine „Entsäuerung über die Haut“ ist wissenschaftlich allerdings nicht belegt. Als Wohlfühl-Anwendung ist es unbedenklich – eine basenreiche Ernährung ersetzt es jedoch nicht.

Die menschliche Haut ist keine starre Barriere, sondern ein durchlässiges System, das auch zum Austausch der Flüssigkeiten in und um unseren Körper dient. Dieser dabei stattfindende chemische Prozess wird Osmose genannt. Die abgelagerten Säuren und andere Giftstoffe können so über die Poren ausgeschieden werden. Ein Basenbad, welches einen basischen pH-Wert hat, zieht aufgrund der Osmose die Säuren sozusagen aus der Haut und neutralisiert sie. Zudem führt ein solches Basenbad zu einer idealen Entspannung, denn im warmen Wasser lässt der Stress nach, die Muskeln entkrampfen sich und Schmerzen können somit gelindert werden.

Die richtige Anwendung von Basenbädern

Um einer Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken, sollte ein Basenbad ungefähr eine Stunde dauern und mindestens einmal pro Woche angewandt werden. Auch ist es wichtig, dass Sie nur hochwertige Produkte dem Badewasser zufügen. Auf ätherische Öle und weitere Badezusätze wie beispielsweise Badeschaum sollte hingegen verzichtet werden. Man gibt das geeignete basische Badesalz ins heiße Badewasser und lässt es vollständig auflösen. Danach wird der pH-Wert mittels eines Teststreifens gemessen; er sollte idealerweise bei etwa 8 liegen. Nach dem Bad empfiehlt es sich, die Haut mit einer basischen Körperlotion einzucremen.

Basenbad selber machen: so geht's mit Natron

Ein Basenbad lässt sich mit fertigem basischem Badesalz oder ganz einfach mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) ansetzen. Natron ist günstig, in jeder Drogerie erhältlich und hebt den pH-Wert des Badewassers zuverlässig in den basischen Bereich.

  • Die Badewanne mit warmem Wasser (etwa 36–37 °C) füllen.
  • Natron nach und nach einrühren und vollständig auflösen – so viel, bis der pH-Wert bei etwa 8 bis 8,5 liegt.
  • Den pH-Wert mit einem Teststreifen kontrollieren; er ist der zuverlässigste Anhaltspunkt für die richtige Menge.
  • Etwa 30 bis 60 Minuten baden und bei Bedarf warmes Wasser nachlaufen lassen.
  • Auf Schaumbad, Duschgel oder ätherische Öle verzichten – sie würden den basischen pH-Wert wieder senken.

Fertige basische Badesalze enthalten zusätzlich Mineralstoffe wie Magnesium oder Calcium, sind dafür aber teurer. Mit Natron haben Sie eine preiswerte Alternative, die denselben Zweck erfüllt.

Das Basen-Fußbad als schnelle Alternative

Nicht immer ist Zeit für ein Vollbad – oder eine Badewanne vorhanden. Dann ist ein basisches Fußbad eine praktische Alternative. Dafür geben Sie basisches Badesalz oder Natron in eine Schüssel mit warmem Wasser und baden die Füße etwa 20 bis 30 Minuten darin. Ein Fußbad lässt sich abends bequem nebenbei anwenden und wird als entspannend und wohltuend empfunden. Auch hier gilt: Es ist ein Wohlfühl-Ritual, kein medizinisches Heilverfahren.

Worauf Sie beim Basenbad achten sollten

Ein Basenbad ist für die meisten Menschen unbedenklich. Einige Punkte sorgen dafür, dass es angenehm und sicher bleibt:

  • Kreislauf: Warme, lange Vollbäder belasten den Kreislauf. Wer unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck oder ausgeprägten Krampfadern leidet, sollte die Anwendung vorab ärztlich abklären.
  • Haut: Bei offenen Wunden, frischen Hautverletzungen oder akuten Hauterkrankungen ist Zurückhaltung geboten.
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft sind sehr warme Vollbäder nur nach Rücksprache ratsam.
  • Danach: Nach dem Bad ausreichend trinken und die Haut mit einer rückfettenden oder basischen Lotion pflegen.

Wichtig bleibt die Einordnung: Ein Basenbad kann Entspannung und ein gepflegtes Hautgefühl fördern. Eine gezielte „Entsäuerung“ des Körpers über die Haut ist wissenschaftlich nicht belegt – die entscheidenden Stellschrauben für den Säure-Basen-Haushalt sind eine basenreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung.

Rezeptideen für eine basische Ernährung

Fazit

Früher legten die Menschen weite Reisen quer durch die Lande zurück, um Mineralbäder, Salzseen oder heiße Quellen aufzusuchen. Basenbäder sind schon seit Jahrtausenden für ihre wohltuende und heilsame Wirkung bekannt. Sie bieten eine entspannende Maßnahme bei einer Übersäuerung des Körpers, da sie die Ausscheidung der gelösten Giftstoffe und Säuren optimal unterstützen und somit zum Ausgleich des Säure-Base-Haushaltes beitragen. Gemeinsam mit einer basischen Ernährung und regelmäßiger Bewegung stellen Basenbäder eine bereichernde Methode für ein gesundes Leben dar.

Ihr Team des Säure-Basen-Ratgebers

Häufige Fragen zum Basenbad

Wie lange sollte man ein Basenbad nehmen?

Üblich sind 30 bis 60 Minuten bei etwa 36–37 °C, ein- bis zweimal pro Woche. Wichtiger als die Dauer ist das eigene Wohlbefinden.

Kann man ein Basenbad mit Natron machen?

Ja. Natron (Natriumhydrogencarbonat) hebt den pH-Wert des Badewassers zuverlässig in den basischen Bereich und ist eine günstige Alternative zu fertigem Badesalz. Die richtige Menge richtet sich nach dem pH-Wert – ideal sind etwa 8 bis 8,5, gemessen mit einem Teststreifen.

Was bringt ein Basenbad wirklich?

Belegt sind vor allem Entspannung und ein angenehmes Hautgefühl. Eine messbare „Entsäuerung“ des Körpers über die Haut ist wissenschaftlich nicht gesichert.

Woran merkt man, dass ein Basenbad wirkt?

Spürbar sind vor allem Entspannung und ein weiches, gepflegtes Hautgefühl. Ein Basenbad ist ein Wohlfühl-Ritual; eine Entsäuerung des Körpers über die Haut lässt sich daran nicht ablesen.

Wie oft ist ein Basenbad sinnvoll?

Ein- bis zweimal pro Woche gilt als guter Richtwert. Als Wohlfühl-Ritual ist es unbedenklich, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung.

Ist ein Basenbad für jeden geeignet?
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Für die meisten Menschen ja. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck, offenen Wunden oder in der Schwangerschaft sollten warme Vollbäder vorab ärztlich abgeklärt werden.

Weiterführende Informationen zum Thema Säure-Basen-Wissen:

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